Kultur im Landkreis EbersbergSpielräume der Kamera

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Sebastian Kugler hat sich der ungebändigten Kraft des Wassers gewidmet.
Sebastian Kugler hat sich der ungebändigten Kraft des Wassers gewidmet. Sebastian Kugler/oh

Die Fotofreunde Glonn erschaffen mit ihrer Ausstellung in der Klosterschule eine facettenreiche, bildgewaltige Welt.

Von Anja Blum, Glonn

Wie könnte es anders sein: Die Fotofreunde feiern heuer 40-jähriges Bestehen und starten natürlich mit einer Ausstellung in ihr Jubiläumsjahr. Unter dem Titel „Spielräume“ laden sie erneut zu einer intensiven Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Fotografie in der Klosterschule ein. Die Werke führen durch eine facettenreiche Welt, in der Licht, Wasser, urbane Dynamik und inszenierte Bildwelten auf überraschende Weise miteinander in Dialog treten. Vernissage wird gefeiert am Freitag, 17. April, um 19 Uhr.

Sebastian Kugler hat die rohe Kraft des Wassers in Momenten ungebändigter Bewegung eingefangen. Tosende Wellen, aufspritzende Gischt und die unaufhaltsame Dynamik der Natur werden in eindrucksvollen Kompositionen festgehalten. Ein weiteres Kapitel der Ausstellung widmet sich dem urbanen Leben: Die ikonischen Straßenbahnen Lissabons werden bei Dieter Reichelt zu Protagonisten eines visuellen Essays über Bewegung, Zeit und Nostalgie. Die abendlichen Mehrfachbelichtungen von Günter Giese erweitern schließlich die Wahrnehmung von Zeit und Raum: Lichter verschmelzen, Bewegungen überlagern sich, sodass traumartige Bildwelten entstehen, die den flüchtigen Moment in eine visuelle Erzählung verwandeln.

Durch Mehrfachbelichtungen erschafft Günter Giese traumartige Szenen.
Durch Mehrfachbelichtungen erschafft Günter Giese traumartige Szenen. Günter Giese/oh

Bernhard Jungwirth wiederum verwandelt transparente Kunststoffverpackungen mittels polarisiertem Licht in Kunstwerke aus einer anderen Welt.  Volker Jäger richtet den Blick auf spiegelnde Oberflächen wie Wasser, Metall oder Glas: Durch Reflexionen entstehen eigenständige Realitäten, die sich vom ursprünglichen Motiv lösen und es zugleich neu interpretieren. Mit der Serie „Femme fatale“ von Gilbert Pinggera schlägt die Ausstellung eine erzählerische Brücke zur inszenierten Fotografie. Hier bleiben viele Deutungen offen, sodass der Betrachter angeregt wird, eigene Geschichten zu entwickeln. Abgerundet wird die Schau durch eine experimentelle Collage aus der Froschperspektive von Wolfgang Goebler: Der ungewohnte Blickwinkel verleiht Motiven eine neue Dramatik.

Diese Ausstellung soll mehr sein als eine Sammlung von Fotografien; sie ist eine Einladung, Sehgewohnheiten zu hinterfragen und die Welt aus neuen Perspektiven und mit Fantasie zu entdecken. Nach der Vernissage ist die Schau geöffnet am Samstag, 18. April, von 14 bis 18 Uhr, am Sonntag, 19. April, von 10 bis 18 Uhr sowie am Samstag, 25. April, von 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 26. April, von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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