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Gemeinderat Zorneding:Zwei für drei

Diese unscheinbare Wiese im Zornedinger Süden weckt Begehrlichkeiten bei den örtlichen Vereinen. Wer den Zuschlag bekommt, ist noch unklar.

(Foto: Christian Endt)

Tennisclub, Hundesportverein und Jungbauern sollen bei Grundstücksplanung zusammenarbeiten

Von Andreas Junkmann, Zorneding

Bauland ist im Münchner Großraum ein rares Gut. Das bekommen nicht nur Privatpersonen zu spüren, sondern zuweilen auch Vereine, wie am Donnerstagabend im Zornedinger Gemeinderat zu sehen war. Dort nämlich wurde der örtliche Hundesportverein mit der Bitte um eine Trainingsfläche im äußersten Süden der Gemeinde vorstellig. Just an dieser Stelle würde aber auch der benachbarte Tennisclub gerne eine eigene Halle bauen. Die Rathausverwaltung hat deshalb für die Tierfreunde einen anderen Standort aufgetrieben, der aber wiederum bereits von der Jungbauernschaft Zorneding genutzt wird. Um alle drei Vereine glücklich zu machen, sollen diese sich nun untereinander einigen, wie eine Lösung aussehen könnte.

Das Objekt der Begierde ist auf den ersten Blick ein recht unscheinbares: eine wild wuchernde Wiese im Süden der Gemeinde zwischen Bundesstraße und den Tennisplätzen des TC Zorneding. Dieser würde darauf gerne eine sogenannte Traglufthalle errichten, einen entsprechenden Entwurf stellte Vorstandsmitglied und Tennistrainerin Petra Pauli dem Gemeinderat bereits in seiner Januarsitzung vor. Geplant wäre demnach ein etwa 2500 Quadratmeter großes Bauwerk, in dem drei Indoor-Tennisplätze untergebracht werden könnten. Die Halle sei nötig, damit die Vereinsmitglieder ihren Sport auch in den Herbst- und Wintermonaten ausüben könnten und nicht auf andere Sportstätten im Landkreis ausweichen müssten, wie Pauli erklärte. "Eine solche Halle würde unseren Club attraktiver machen und wäre ein Aushängeschild für die Gemeinde Zorneding", sagte die Tennistrainerin.

Vonseiten der Gemeinderäte könnte man sich mit diesen Plänen auch gut anfreunden, wäre da nicht das Gesuch des Hundesportvereins "Magische Pfoten". Dieser nämlich interessiert sich ebenfalls sehr für das Grundstück, wie am Donnerstagabend zu erfahren war. In der Sitzung stellte Vorstandsmitglied Manuela Hoffmann die Pläne der Tierfreunde vor. Demnach wolle man dort ein Trainingsgelände und zwei Geräteschuppen errichten. Die Hundehaltung sei in den vergangenen Jahren stark angestiegen, so Hoffmann. "Die Tiere müssen aber auch in die Gesellschaft integriert werden." Hier wolle der Verein seinen Beitrag leisten.

Der etwa 20 Mitglieder starke Sportverein bietet neben Beratungen unter anderem auch Erziehungskurse, Schulungen, Funsportarten und Begleithundeprüfungen an. Für all das, so Hoffmann, brauche man aber eine adäquate Fläche. Den bisherigen Trainingsplatz in Höhenkirchen-Siegertsbrunn könne man nicht mehr nutzen, da dieser zu einer Ausgleichsfläche umgestuft worden sei. Von dem neuen Gelände in Zorneding sollen Hoffmann zufolge dann auch die örtlichen Hundehalter profitieren, in dem man die Fläche für eine gewisse Zeit in der Woche zur Verfügung stelle. "Die Hunde können dort die Sau rauslassen."

Von dem kleinen Haken an der Planung, nämlich dass der Tennisclub bereits Interesse an dem Grundstück bekundet hat, wusste die Hundetrainerin natürlich. Sie könne die Gründe absolut nachvollziehen, man selbst würde auch eine andere Fläche nehmen, falls die Gemeinde eine solche im Angebot hätte, so Hoffmann. "Die Zornedinger Vereine sollen schließlich miteinander arbeiten und nicht gegeneinander." Dieser Meinung ist auch die Rathausverwaltung, die sich auf der Suche nach einer Lösung gemacht hat. Herausgekommen ist eine Freifläche in unmittelbarer Nähe - und zwar westlich der Dreifachsporthalle. Dieses Grundstück habe die gleiche Topografie wie die Wiese etwas weiter südlich, sagte Bürgermeister Piet Mayr (CSU). "Damit könnte man beide Interessen abdecken."

Doch auch hier gibt es ein Problem: Diese Ausweichfläche wird von den örtlichen Jungbauern als Fahrerlager für das alle zwei Jahre stattfindende Bremswagenziehen genutzt - eine beliebte Veranstaltung, zu der regelmäßig bis zu 3000 Besucher kommen. Auch diesen Verein dürfe man bei der ganzen Planerei nicht vergessen, gab deshalb Renate Pfluger (CSU) zu bedenken. "Alle drei sollen ein Stück vom Kuchen abbekommen", sagte Marian Nowosad (SPD). Wie das aussehen könnte, skizzierte Martin Lenz (Freie Wähler) indem er vorschlug, der Hundeverein könne auf eine mobile Umzäunung zurückgreifen, die man für das Bremswagenziehen leicht entfernen könne.

Ob das eine für alle akzeptable Idee ist, sollen die Vereine nun untereinander klären. Die Gemeinde wird unterdessen die bauleitplanerischen Schritte und die dazu nötigen Beschlüsse vorbereiten. Bürgermeister Mayr gab sich aber bereits zuversichtlich: Wenn die Vereine guten Willen zeigen, werde man sicherlich eine Lösung finden.

© SZ vom 27.02.2021
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