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Gemeinderat Pliening:Neue Lösungen für die Grundschule

Pliening lässt ein Gutachten über Sanierung oder Neubau erstellen

Von Alexandra Leuthner, Pliening

Die gemeindliche Grundschule Pliening ist in die Jahre gekommen, einige Bauteile stammen noch aus den 1960er Jahren. Dass sie außerdem aufgrund der auch in Pliening wachsenden Bevölkerung irgendwann zu klein werden wird, ist absehbar. Bereits im Januar 2019 hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für den Ort zu entwickeln, für eine bedarfsgerechte Infrastruktur, in dem auch die Grundschule und mit ihr der zusätzliche Bedarf an Sportangeboten zum Thema gemacht wurde.

Nun haben sich die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung darauf geeinigt, eine Analyse in Auftrag zu geben, welche die Zukunft der Schule klären soll. Darin soll die Bevölkerungsprognose des Bayerischen Landesamts für Statistik für die Gemeinde ebenso miteinbezogen werden wie eine bereits bestehende Erfassung in den Bereichen Kinderbetreuung, Schule, Kultur, Sport, Jugend, Familien und öffentlicher Personennahverkehr.

"Sanierung oder Neubau, das ist die Gretchenfrage", sagte Bürgermeister Roland Frick (CSU). Noch habe die Schule zwei Klassenzimmer an Puffer, bevor sie endgültig zu klein werde, ein bisschen Zeit habe man also noch. Was die Analyse auch als Ergebnis bringe - ein Neubau der Schule an der selben Stelle soll darin ebenso geprüft werden wie eine Verlegung, etwa auf das Feld hinter dem Bürgerhaus, wo vor vier Jahren die Traglufthalle stand. "Wir müssen auch schauen, wie wir das finanzieren können", so der Rathauschef. Die Corona-Pandemie werde sicher auch für Pliening Einbußen mit sich bringen, im Bereich der Gewerbesteuer wie auch bei der Einkommenssteuerbeteiligung.

Zwischen 25 000 und 30 000 Euro werde die Analyse kosten, erläuterte Geschäftsführerin Gabriele Jung. Zuvor hatte Anton Holzner (Neues Forum) beantragt, auf eine solche Untersuchung ganz zu verzichten und gleich einen Neubau der Schule zu planen. "Wir lehnen ab, weil wir das für zu kurz gedacht halten", erklärte er für seine Fraktion. In einem Neubau könnten von vornherein etwa für Barrierefreiheit gesorgt und moderne Anforderungen an Energieeffizienz berücksichtigt werden. Außerdem könne man so einen vorübergehenden Schulbetrieb in Containern vermeiden, der bei einer Sanierung unumgänglich werden würde. Eva Strauss (SPD/Parteifreie) gab zu bedenken, dass die Mittagsbetreuung, Umkleidekabinen und weitere Räume in der Schule erst vor fünf bis zehn Jahren saniert worden waren. "Ich denke, dass wir da schon einen Sachverständigen drüber schauen lassen sollten." Und Maximilian Kern (CSU) stellte fest, wenn man von etwa 25 000 Euro für ein Gutachten im Vergleich zu einem zweistelligen Millionenbetrag ausgehe, "würde ich sagen, fallen die 25 000 Euro nicht mehr so ins Gewicht".

Den Antrag des Neuen Forums unterstützte lediglich Anni Wachinger (CSU), die Mehrheit votierte für die Erstellung eines Gutachtens. Wann ein Neubau oder eine Sanierungsmaßnahme tatsächlich in Angriff genommen werden kann, ist jedoch ungewiss. Das hänge ja auch von der künftigen Finanzkraft der Gemeinde ab, erklärte Bürgermeister Frick. Als möglichen Zeitrahmen nannte er lediglich "die nächsten Jahre".

© SZ vom 04.09.2020

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