Gefährliche Stelle Unfall-Kreuzung bei Herrmannsdorf wird umgebaut

Das Straßenbauamt prüft noch, ob eine Ampel oder ein Kreisverkehr die sinnvollere Möglichkeit wäre

Von Barbara Mooser, Glonn

Zwei Busse stießen vor zwei Wochen an der Kreuzung bei Herrmannsdorf zusammen, 17 Menschen wurden verletzt. Die Einmündung gilt schon länger als Unfallschwerpunkt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Zwei Wochen Südtirol: Das bedeutet für Matthias Kreuz, der beim Staatlichen Bauamt Rosenheim für die Straßenbauprojekte im Landkreis Ebersberg zuständig ist, vermutlich Erholung zwischen Apfelbäumen und Bergen. Für Landrat Robert Niedergesäß (CSU) bedeuten Kreuz' Pläne für die Pfingstferien hingegen, dass es mit einem Projekt möglicherweise nicht ganz so rasant vorangeht, wie er es gerne hätte: Denn eigentlich würde der Landrat den Umbau der Kreuzung bei Herrmannsdorf, an dem sich vor zwei Wochen ein schwerer Busunfall ereignet hat, schon in der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses des Kreistags Anfang Juli auf den Weg bringen.

Dass dieser Zeitplan arg ambitioniert ist, machte Kreuz unter anderem mit Verweis auf seine Urlaubspläne bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses am Dienstag zwar deutlich - dass ein Umbau kommen wird, ist hingegen so gut wie sicher.

17 Menschen, darunter 15 Schulkinder, waren teils schwer verletzt worden, als am 24. Mai an der Einmündung der Kreisstraße EBE 15 in die Staatsstraße 2079 zwei Schulbusse zusammenstießen. Einer der Fahrer hatte irrtümlich geglaubt, der andere habe ihm ein Lichtsignal zum Ausfahren aus der Kreuzung gegeben.

Erst einmal sollen die Verkehrsströme untersucht werden

Bereits kurz nach dem Unfall hatte der Landrat gefordert, dass die Kreuzung umgebaut werden müsse, dies betonte er auch am Dienstag wieder: "Der Unfall wäre so nicht passiert, gäbe es einen Kreisverkehr oder eine Ampelanlage." Die klare Präferenz liegt bei Niedergesäß - und einem großen Teil der Ausschussmitglieder, wie sich zeigte - bei einem Kreisel. Auch die Polizei, die hier einen Unfallschwerpunkt sieht, befürwortet den Umbau in einen Kreisverkehr.

Doch um diese Entscheidung treffen zu können, müssten erst einmal die Verkehrsströme untersucht und die Vor- und Nachteile der beiden Lösungen abgewogen werden, sagte der Fachmann vom Straßenbauamt. Eine Ampel wäre beispielsweise dann sinnvoller, wenn eine der Straßenachsen deutlich stärker befahren sei als die andere. Auch das Problem mit dem Grunderwerb sei bei einer Ampel erheblich geringer.

Dass an der Kreuzung etwas passieren muss, sei unbestritten, so Kreuz: Den Auftrag, eine Ampel zu prüfen, habe er bereits vor dem Unfall von der Regierung von Oberbayern erhalten. Er werde aber gern einen Kreisel in die Überlegungen einbeziehen. Kosten würde der Umbau zu einem Kreisverkehr etwa eine Million Euro.