Galerie in Rosenheim:Von Orientierung und Bedrohung

Galerie in Rosenheim: Stellt dem Betrachter viele kritische Fragen: Herbert Nauderer, Künstler und "Mausmann".

Stellt dem Betrachter viele kritische Fragen: Herbert Nauderer, Künstler und "Mausmann".

(Foto: Oscar Tepelmann/oh)

Ausstellung von Herbert Nauderer präsentiert neuen Zyklus rund um die Figur eines "Erfinders"

Wie Erfindergeist, Wahrnehmung und Wahrheit zueinander stehen, fragt eine Ausstellung von Herbert Nauderer in der Städtischen Galerie Rosenheim. Sie trägt den Titel "Das Haus des Erfinders". Nauderer gehört zu den renommiertesten zeitgenössischen Künstlern Deutschlands. Mit seinen Arbeiten wie "Mausmannsland" oder "Parasite Island" setzt er sich vor allem mit den Abgründen der menschlichen Psyche auseinander. Die Ausstellung in Rosenheim, die voraussichtlich bis Sommer 2021 zu sehen ist, präsentiert seinen aktuellen Zyklus "Das Haus des Erfinders". Darin entwirft Nauderer mit Bezug zu Ereignissen der deutschen Geschichte, aktuellen Geschehnissen, Traumata und Verschwörungstheorien, die private, fiktionalisierte und verrätselte Biografie eines "Erfinders".

Die Ausstellung lädt ein, sich selbst auf eine Expedition zu begeben. Ein imaginärer Parallel-Kosmos, bestehend aus Zeichnungen, Fotomontagen, historischen Dokumenten, Diaprojektionen und Videoarbeiten erzählt sukzessive von der Lebensgeschichte des "Erfinders". Je näher wir diesem jedoch kommen, umso mehr entzieht er sich einer eindeutigen Erklärung und wirft die Betrachter auf sich selbst zurück: Wo findet der Mensch in der heutigen Zeit Orientierung? Ist die Wissenschaft dabei eine Hilfe oder vielmehr eine Bedrohung? Ist der "Erfinder" ein Schöpfer im religiösen Sinn? Ein Künstler? Oder steht er für eine dunkle, unverständliche Macht, die uns bedroht? Fragen, die in der destabilisierten, verunsicherten Pandemie-Gesellschaft oft polemisch diskutiert und in der Galerie nun kunstvoll, tiefgründig und offen thematisiert werden.

Leider lässt die Corona einen Besuch der Ausstellung derzeit nicht zu. Doch unter www.galerie.rosenheim.de kann man sich informieren, hier gibt es auch Filmmaterial. Es ist ein Rahmenprogramm mit hochkarätiger Besetzung geplant.

© SZ vom 06.05.2021 / sz
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