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Filmdreh für "Polizeiruf 110":Tatort Frauenneuharting

Annika Kober, Junior Producerin bei Wiedemann & Berg in München

Annika Kober hat an der Hochschule für Fernsehen und Film Studiengang "Produktion und Medienwirtschaft" studiert.

(Foto: privat)

Frauenneuharting wird für zwei Tage zum Drehort: Für den neuen "Polizeiruf 110" aus München um Kommissar Meuffels werden mehrere Szenen in der kleinen Landkreisgemeinde gefilmt.

Hat Meuffels falsch ermittelt? Dieser Frage widmet sich der Münchner "Polizeiruf 110"-Kommissar alias Matthias Brandt am Montag und Dienstag, 29. und 30. Juni, bei Dreharbeiten für seinen neuen Fall in Frauenneuharting. Annika Kober, Junior Producerin der Münchner Produktionsfirma "Wiedemann und & Berg" in München, erklärt, warum ausgerechnet das kleine Dorf im Süden des Landkreises als Kulisse so gut passt - und auf was sich die örtliche Bevölkerung gefasst machen muss.

SZ: Warum Frauenneuharting?

Annika Kober: Für einen Drehort ist entscheidend, dass sich die inhaltlichen Angaben des Drehbuchs gut umsetzen lassen. Dabei hilft uns ein Location-Scout, der sich in der Umgebung gut auskennt. In unserem Fall rund um München, denn auch das ist wichtig: Dass der Ort gut erreichbar ist und im besten Falle nicht viel Zeit mit Reisen verloren geht. Regie und Kameramann machen sich dann Gedanken, wie gedreht wird, also welche Einstellungen dramaturgisch und visuell gut sind. Und letztlich ist natürlich auch die Infrastruktur wichtig: Gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten, wo kann sich das Team aufhalten, so was.

Wie viele Leute und Laster kommen denn da?

Das ganze Team am Set umfasst etwa 40 Personen, die Technik kommt in einigen Lastern, für ausreichend Strom ist ein großer Generator notwendig. Außerdem gibt es Wohnmobile für die Hauptdarsteller, Ein Kostüm- und ein Maskenmobil, Set-Busse zum Abholen und Bringen der Leute. Am Abend fahren dann alle nach Hause oder ins Hotel, die Technik bleibt vor Ort für den nächsten Drehtag und wird aus Versicherungsgründen von einem Sicherheitsdienst bewacht.

Wie viele Szenen werden in Frauenneuharting gedreht?

Etwa dreizehn Szenen. Manche sind im Film nur fünf bis fünfzehn Sekunden lang, andere länger. Im fertigen Film sind das dann zusammen ungefähr sieben Minuten.

Für eine Public-Viewing-Szenerie, die am Dorfplatz gedreht wird, kommen zahlreiche Komparsen zum Einsatz. Können sich dafür auch Bürger aus dem Landkreis bewerben?

Im Prinzip kann das jeder machen, klar. Man lässt sich bei einer entsprechenden Agentur aufnehmen und wird dann vermittelt. Wir arbeiten wiederum mit diesen Agenturen zusammen, weil es einfacher ist. Manchmal soll es in einer Straßenszene von links eine Frau mit zwei kleinen Kindern sein und von rechts ein älteres Pärchen. Das buchen wir dann so. In Frauenneuharting haben wir an die 70 Komparsen in dieser Szene, aber auch Mitglieder des lokalen Fußballvereins SV Ramerberg.

Das klingt nach einem irrsinnigen Aufwand für ein paar Minuten Film.

Es ist ein komplexer Apparat, jeder weiß, was er wann und wo zu tun hat. Einer der schönsten Momente ist es immer, wenn nach Wochen und Monaten der Vorbereitung am ersten Drehtag alles losgeht - und idealerweise funktioniert.

Wann wird man den Film sehen können?

Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Zuletzt nicht die Frage nach dem Mörder. Aber: Um was geht's?

Hanns von Meuffels ermittelt im Todesfall eines jugendlichen Mädchens, wofür vor fast zehn Jahren ein junger Mann verurteilt wurde. Meuffels leitete damals die Ermittlungen. Als sich der junge Mann im Gefängnis umbringt, taucht plötzlich ein Mann bei Meuffels auf und behauptet, der wahre Mörder zu sein. Damit beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel. Meuffels muss sich damit auseinandersetzen, ob er möglicherweise Fehler gemacht und Schuld auf sich geladen hat.