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CSU nominiert Bürgermeister-Kandidat:Ein Schwabe für Markt Schwaben

Montagabend im Oberbräu: Der Bürgermeisterkandidat der Markt Schwabener CSU Franz Eichner und seine Frau Gaby nach der Wahl.

(Foto: Christian Endt)

Frank Eichner kandidiert für die CSU bei der Bürgermeisterwahl. Nach langer sozialdemokratischer Führung riecht es nach einem Wechsel. Warum Eichner die Anfrage der SPD ablehnte.

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

Als an diesem Abend zum ersten Mal sein Name fällt, ist klar, dass er der neue Mann sein soll. Frank Eichner aber steht zunächst nicht auf, sondern bückt sich gar nach unten. Erst nach einigen Sekunden steht er auf, eine kurze Verneigung, Applaus an den Tischen. Gut möglich, dass er sich an solche Momente schon bald gewöhnen wird.

Wer folgt auf Bürgermeister Georg Hohmann (SPD), dessen Amtszeit aus Altersgründen zu Ende geht? Am Montagabend gibt es in Markt Schwaben erstmals konkrete Hinweise. Im Wirtshaus Oberbräu stellt die örtliche CSU Frank Eichner als ihren Wunschkandidaten vor, den bisherigen Bauamtsleiter der Gemeinde, ein 54-jähriger Familienvater, aufgewachsen in Schwaben und in Zorneding daheim, "derzeit noch", wie er erklärt. In einer flammenden Rede wirbt er für den Zusammenhalt der Fraktionen bei zukunftsweisenden Projekten wie etwa dem Schulneubau. "Grundsätzlich negative Stimmung überschattet alles", so Eichner. Im gefüllten Nebenraum des Oberbräus überzeugt er damit. In einer geheimen Wahl stimmen alle 42 CSU-Mitglieder im Saal mit Ja.

Mit der Kommunalwahl im März 2020 könnte es in Markt Schwaben nach 18 Jahren SPD-Führung zu einem Wechsel im Rathaus kommen. 2002 hatte Berhard Winter von Richard Huber (CSU) übernommen, 2011 folgte Georg Hohmann. Ob und wen die SPD diesmal ins Rennen schickt, ist derzeit ungeklärt. Auch, weil die SPD gerne selbst mit Eichner als Bürgermeisterkandidat angetreten wäre, wie Hohmann am Montagabend erklärt.

Es wäre sicher keine faustdicke Überraschung gewesen, wäre Eichner für die SPD angetreten. Schließlich wurde Eichner von Georg Hohmann als Bauamtsleiter nach Markt Schwaben geholt, beide arbeiten seit viereinhalb Jahren dem Vernehmen nach eng und gut zusammen. Hohmann betont an dem Abend einmal mehr, wie sehr Eichner die Abläufe im Bauamt verbessert habe - eine Behörde, die in Markt Schwaben zuvor große Sorge bereitet hatte.

Warum tritt Eichner für die CSU an und nicht für die SPD?

Warum also nicht dem Ruf von Hohmann folgen? Eichner dazu: "Die CSU hat früher angefragt." Als Hohmann ihn 2017 auf eine mögliche Kandidatur ansprach, hatte Eichner längst auf die Anfrage vom zweiten Bürgermeister Albert Hones (CSU) zugesagt, wie Eichner später am Abend auf Nachfrage erklärt. Und weiter: "Tief im Herzen bin ich eher der konservativen Richtung näher."

Eichner hebt in seiner Rede das Thema Stadtentwicklung hervor. Derzeit fehle eine Strategie, zudem solle der Bürger besser miteinbezogen werden - "die Leute müssen nicht nur gehört, sondern auch ernst genommen werden". Sein Ziel als Bürgermeister sei, den Ort "zu entwickeln, aber das, was in Markt Schwaben den Kern ausmacht, erhalten und fördern". Es müsse geplant werden, nicht erst "reagieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist", so Eichner, der seine Rede in eine Brunnen-Metapher bettet, die er mehrfach einsetzt. In seinem früheren Heimatort Ditzingen sei er selbst begeistert in den Dorfbrunnen geklettert - einen, den es heute nicht mehr gibt, anders als in Markt Schwaben.

Mit Frank Eichner schickt die Markt Schwabener CSU nun einen Mann ins Rennen, der sich viele Jahre mit der Reorganisation von kommunalen Rathäusern und Bauämtern beschäftigt hat. Eichner ist Industriekaufmann, hat unter anderem ein Betriebswirtschaftsstudium abgeschlossen und ist Diplom-Kaufmann. Seit November 2017 ist er CSU-Mitglied. Mit seiner Frau hat er vier Kinder, von denen der jüngste Sohn noch zur Schule geht. Er und seine Eltern wohnen in einem Haus in Zorneding. Längerfristig, so Eichner, plane die Familie aber einen Umzug nach Markt Schwaben.

© SZ vom 02.05.2019/koei

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