Schneebruch Forstbetrieb warnt Spaziergänger im Ebersberger Forst

Schneebruch im Wald: Ein Baum ist unter den Massen umgestürzt.

(Foto: CATH)

Die Schneemassen lassen vielerorts Bäume umstürzen, im Wald ist es in diesen Tagen gefährlich. Es gibt aber auch Bereiche, die weniger riskant sind.

Von Korbinian Eisenberger, Ebersberg

Die Lage ist nicht dramatisch, aber deutlich gefährlicher als sonst in den Wäldern in der Region. Der Forstbetrieb Wasserburg hat für den Landkreis Ebersberg eine dezente Warnung herausgegeben. "Zur Zeit sollte man im Wald besonders gut aufpassen", so Heinz Utschig, der Leiter des Forstbetriebs, am Mittwochnachmittag. Grund ist der sogenannte "Schneebruch", also Bäume, die unter der Last des Schnees zusammenbrechen. Im ungünstigsten Fall bricht ein Baum oder ein Ast am Rand eines Fußwegs und trifft einen Menschen. Für Hilfe ist es dann meist zu spät. Utschig will das Risiko mit seinen Hinweisen präventiv vermindern.

Verglichen mit den südlichen Teilen Oberbayerns (für die Bergregionen hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eine explizite Warnung herausgegeben), ist die Schneebruchgefahr im Landkreis Ebersberg noch überschaubar. Doch auch hier liegt in diesen Tagen so viel Schnee wie selten. Spaziergänger sollten deswegen weite Teile des Ebersberger Forsts meiden, warnt Utschig, zumindest so lange es weiter so viel schneit. "Waldbesucher sollten sich nur auf den Hauptachsen bewegen", sagt Utschig. Er meint damit größere Forststraßen, auf denen die Fahrzeuge der Förster durchpassen.

Auf kleineren Wegen steige das Risiko. Erst am Dienstag veranlasste der Forstchef eine großflächige Schneebruch-Aktion. Zehn Waldarbeiter der Staatsforsten zogen durch den Forst und befreiten die großen Durchfahrtswege von an- oder abgebrochenen Ästen und Bäumen. Restlos sicher sind aber auch diese Bereiche im Ebersberger Forst nicht. "Schon heute können wieder Bäume abgenickt sein und gefährlich drinhängen", so Utschig. Deswegen gilt auch auf den scheinbar freien Wegen: Vorsicht statt Leichtsinn.

Brennholz schlagen? Derzeit keine gute Idee

Passiert ist im Ebersberger Forst bisher nichts in diesem Winter, zumindest nicht durch Schneebruch, weder beim Forstbetrieb noch im Ebersberger Amt für Landwirtschaft und Forsten ist eine Meldung eingegangen, heißt es von dort am Mittwoch. Damit es dabei bleibt, sollten Spaziergänger im Wald von Wegen fern bleiben, die offenbar seit längerem unberührt sind, erkennbar daran, dass keine Spuren von Fußstapfen oder Holzarbeiten zu finden sind.

Wer im Wald Brennholz schlagen will, sollte damit warten, bis sich die Verhältnisse normalisieren. "Davon ist absolut abzuraten", so Utschig. Wobei der Reiz für Fällarbeiten sich ohnehin in Grenzen halten dürfte, da Autofahren im Ebersberger Forst derzeit vielerorts quasi unmöglich ist. Wer sich bei diesem Schnee das Bild von einem winterlichen Zauberforst erhofft, sollte Utschigs Sicherheitshinweise im Kopf haben: Gefahr droht, wenn ein Baum auffällig schief am Wegrand steht oder quer über dem Weg liegt. In so einem Fall empfiehlt der Forstchef: "Nicht weiter gehen, sondern um den Baum herum." Also an der Seite passieren, wo er von seiner Neigung her nicht hinfallen kann. Ein weiterer Tipp: Zur Krone hinaufschauen. Liegt dort (viel) Schnee, ist das Risiko größer, dass ein Baum unter dem Druck nachgibt.

Sollte doch etwas passieren im Forst, hat man oft das Problem mit dem Handynetz. Sicheren Empfang gibt es an Rettungspunkten, die im Ebersberger Forst verteilt sind, einer davon am Forsthaus St. Hubertus. Damit es gar nicht erst soweit kommt, gibt Georg Kasberger, Leiter des Ebersberger Landwirtschaftsamts, einen finalen Tipp: "Aufpassen und Hirn einschalten."

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