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Folgen der Dürre:Bauern aus der Region vermelden Preissturz auf dem Rindermarkt

Führung am Tierzucht- und Tierhaltungsstandort Grub

Eine Kuh in einem Stall in Grub. Wegen der schlechten Maisernte in Norddeutschland sinkt die Nachfrage für Mastvieh auch hier in der Region.

(Foto: Lukas Barth)

Wegen der schlechten Futtermaisernte in Norddeutschland sinkt die Nachfrage für Mastvieh. Was das für die Landwirte im Kreis Ebersberg bedeutet.

Auf dem Ametsbichler Hof ist die Dürre längst angekommen. Das sieht man an den Wiesen außenrum, sie werden immer bräunlicher. Hier, in der Ortschaft Traxl bei Ebersberg, steht der Milchkuhbetrieb von Franz Ametsbichler. Der 56-Jährige ist hier der Chef, ein Landwirt durch und durch. Doch gegen diese Hitze ist er machtlos. Der Mais stehe immer noch gut, sagt er. "Auf dem Grünland ist es aber dramatisch." Weil die Wiesen zunehmend verbrennen, fehlt es an Heu und Silofutter, mit die wichtigsten Bestandteile bei der Milchviehhaltung. Ametsbichler hebt die Schultern. Er hofft auf kühlere Tage.

So wie ihm geht es in diesen Wochen vielen Bauern, in der Region, und in ganz Bayern. Tröstlich für die Landwirte im Landkreis Ebersberg dürfte immerhin sein, dass die Lage hier bei weitem nicht so dramatisch ist, wie in anderen Teilen Bayerns. "Die Schäden sind zwar deutlich", sagt Josef Winkler, der Leiter des Maschinenring Ebersberg/München-Ost. "Im Vergleich zu anderen Regionen ist es aber weniger schlimm", sagt er. Winkler versorgt viele Landwirte im Kreis Ebersberg mit Geräten, er hat also einen Überblick, "wobei es natürlich immer Ausnahmen gibt, bei denen es schlechter läuft", sagt er.

Über das Wochenende soll es in der ganzen Region kühler werden und regnen. Solche Wetterumbrüche sind auch der Hauptgrund, warum die Situation der Bauern es im Landkreis Ebersberg deutlich erträglicher ist als im Norden Deutschlands. "Hier im Landkreis gab es eben doch immer mal wieder Niederschläge", sagt Maschinenring-Chef Winkler. Aber eben nicht sturzbachartige flächendeckende Regenfälle, sagt er, "sondern kleinere örtliche Abregnungen".

Zurück auf dem Ametsbichler Hof, wo im Stall die Kälber muhen. Die Familie Ametsbichler lebt hier nicht nur von Milchwirtschaft, sondern auch von Viehverkauf. "Unser Hauptabsatz dafür ist in Norddeutschland", sagt Bauer Franz Ametsbichler. Das wird nun zum Problem für ihn. Im Norden sind viele Maisfelder in der Sonne verbrannt, dort fehlt es nun an Viehfutter. "Der Preis für junge Stiere ist schon um ein Drittel gesunken", sagt Ametsbichler. Und er dürfte demnächst kaum steigen, weil sie im Norden erst im Herbst 2019 wieder auf eine ordentliche Maisernte hoffen können.

Im Ebersberger Landwirtschaftsamt sind einige solcher Fälle bekannt, an denen man sieht, dass die schweren Ausfälle im Norden auch hier im Süden spürbar sind. "Auf den Kälbermärkten ist es gerade schwierig", erklärt Rudi Gasteiger, der dortige Abteilungsleiter für Bildung und Beratung am Donnerstag. Im Kreis Ebersberg liege der Ernteertrag derzeit zwar lediglich "leicht unter dem üblichen Jahresdurchschnitt", so Gasteiger. Der Viehpreis sinkt trotzdem.

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