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Fasching:Diana und Artur sind das neue Grafinger Prinzenpaar

Dreigestirn Faschingsbären Grafing, Fasching 2019/2020, Ruth, Huber, Rishyn

Das neue Dreigestirn der Faschingsbären Grafing: Prinzessin Diana Ruth, Hofnarr Michael Huber und Prinz Artur Rishyn.

(Foto: oh)

Die Faschingsbären haben auch einen Hoffnarren gewählt und sind damit bestens gerüstet für die fünfte Jahreszeit.

"Die beiden werden das super machen. Da bin ich mir sicher." Wenn es nach der Meinung des frischgebackenen Hofnarren der Faschingsbären Grafing Michi geht, dann kann die Faschingssaison mit dem neuen Prinzenpaar nur ein voller Erfolg werden. Diana I und Artur I, auch im echten Leben ein Paar, haben ihre Amtszeit am 11. November mit dem Einstiegstanz besiegelt.

Diana Ruth, geboren 1990, ist mit den Faschingsbären Grafing großgeworden. Mitglied im Verein ist sie seit 19 Jahren, 16 Jahre davon als aktive Tänzerin und seit zwei Jahren trainiert sie die High Energy Garde. Die Wahl zur Prinzessin komplettiert sozusagen ihre Karriere bei den Faschingsbären, wo sie auch Vorstandsmitglied ist. Ob sie schon immer gerne Prinzessin sein wollte? "Ich behaupte jetzt mal, dass so ziemlich jedes Mädchen, das irgendwie bei den Bären tanzt und sich von Gruppe zu Gruppe hocharbeitet, mit dem Gedanken spielt, einmal Prinzessin zu sein", lautet die Antwort von Diana I und dieselbe hat sie auch Artur gegeben, als der sie vor rund zwei Monaten gefragt hat.

Für ihr Kostüm hat die Prinzessin bereits eine erste Idee

Diesmal ist das Thema bei den Faschingsbären Grafing: "In der Welt der Märchen und Fabelwesen". Für ihr Kostüm habe sie schon Vorstellungen, berichtet Diana Ruth, sie müsse sich jedoch noch mit der Prinzenpaarbeauftragten und der Schneiderin absprechen und beraten. Prinzessin zu sein, sei eine ehrenvolle Aufgabe. Für die heiße Phase vom unsinnigen Donnerstag bis Faschingsdienstag werde sie sich freinehmen, erzählt Ruth, Hofnarr, Prinz und Prinzenbegleitung genauso. Obwohl Diana I schon eine erfahrene Tänzerin ist, muss auch sie gemeinsam mit ihrem Prinzen für den Standardtanz, in ihrem Fall ein klassischer Wiener Walzer, Tanzstunden nehmen. Einmal die Woche, eineinhalb bis zwei Stunden, wird nun fleißig mit einem Tanztrainer geprobt.

Besondere Qualifikationen bezüglich Trinkfestigkeit und Reimtalenten für die Prinzenrede muss man anscheinend nicht mitbringen, um Prinzessin oder Prinz zu werden. Man könne "Nein" zum Sekt sagen, und die Rede werde von der Prinzenpaarbeauftragten geschrieben, verrät Ruth lachend. Aufgeregt sei sie noch nicht, dabei aber voller Vorfreude: "Am meisten begeistern mich die Kinder. Das ist immer total schön, wenn die mit unterwegs sind und so viel Spaß am Fasching haben."

Artur Rishyn, Jahrgang 1983, ist nicht ganz so faschingserfahren wie seine Partnerin. Mitglied bei den Faschingsbären ist er erst seit einem Jahr. Den Traum seiner Freundin vom Prinzessinendasein wollte er aber unbedingt erfüllen. "Ich wusste, dass das Dianas Wunsch ist, deshalb habe ich sie vor zwei Monaten einfach gefragt", erzählt der neu ernannte Prinz. Er selbst freue sich am meisten darauf, neue Leute kennenzulernen und auf die Auftritte. Und auch wenn er beim Einstiegstanz sehr aufgeregt gewesen sei und links und rechts verwechselt habe, glaube er doch, dass das nur am Anfang so war, sagt Rishyn. Bevor er nach Grafing kam, habe er 14 Jahre in Mannheim gelebt, so seien die ganzen Faschingstraditionen eher neu für ihn. Auf die Frage, welche Aufgabe als Prinz denn die verantwortungsvollste sei, antwortet er: "Den Verein nach außen hin zu vertreten. Darum geht es ja. Das möchte ich einfach gut und richtig machen."

Der neue Hofnarr muss gleich seine Trinkfestigkeit unter Beweis stellen

Am Abend des Tags, an dem das Prinzenpaar verkündet wurde, trugen die ehemaligen Grafinger Hofnarren auch die neue Hofnarrenwahl aus. Nach einer abenteuerlichen Spielerunde, die "Zwickel-Exen" - Biertrinker wissen, worum es geht - Singen mit Walnüssen im Mund, Wüstenschnäpse und einen Drehwurm mit anschließendem Bussi beinhaltete, fiel die Entscheidung: Neuer Hofnarr bei den Faschingsbären ist Michael Huber. Sein Bezug zum Fasching sei wohl genetisch bedingt, erzählt der 22-Jährige, seine Mutter komme nämlich aus Düsseldorf. Seit vier Jahren tanzt Huber, auch bekannt unter dem Namen "Vorhangmann", in der Gruppe High Energy. Sein Alias hat er von der Prinzessin selbst bekommen, weil er in den Jahren zuvor beim Faschingsvarieté den Vorhang bedient hat. "Ein Highlight wird auf jeden Fall, auch wenn das vielleicht blöd klingt, das Ende der Faschingszeit." Am Faschingsdienstag dürfe er sich nämlich in den Sarg legen und die närrische Zeit beerdigen. Doch auch wenn nächstes Jahr wieder eine neue Närrin oder ein Narr gewählt wird, stellt Huber fest: "Ich bleib' für immer ein Narr."

Mit der Wahl des Dreigestirns war der 11. November aber noch nicht vorbei. Zusätzlich zur traditionellen Senffüllung, befand sich an diesem Abend auch noch etwas anderes in dem Krapfen der Prinzessin: Ein Schlüssel. Stellvertretend für einen Ring, sei dies der Schlüssel zu seinem Herzen, verkündete der Prinz. Einen Verlobungsring dürfe sich Diana selbst aussuchen. Wenn das nicht ein toller Start in die Faschingssaison ist!

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