Farbige Schienendämpfer Die Bahn treibt's zu bunt

Lärmgegner fühlen sich vom Unternehmen getäuscht

Zwischen der Deutschen Bahn und dem Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon herrscht weiter Eiszeit. Scharfe Kritik gibt es an der geplanten Maßnahme, die Lärmbelästigung auf dem Brennernordzulauf durch farbige Schienenstegdämpfer einzudämmen. Diese werden an die Gleise geklemmt und sollen mit dem zusätzlichen Gewicht dafür sorgen, dass die Schwingungen reduziert werden. "Selbst einem physikalischen Laien leuchtet ein, dass die Farbe dieses Eisenstücks keinerlei Auswirkung auf die Lärmminderung haben kann", schreibt der Arbeitskreis in einer Pressemitteilung. Als Antwort auf eine Nachfrage an das Bundesverkehrsministerium bekamen die Kirchseeoner den Verweis auf eine Studie zugeschickt, in der zwar keine Lärmminderung durch die Stegdämpfer festgestellt werden konnte. Dennoch könne die farbige Gestaltung "zu einer veränderten Wahrnehmung der akustischen Wirksamkeit führen", heißt es in dem Schreiben - für die Bahnlärmgegner eine Täuschung, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Sie fordern auf der rund 100 Kilometer langen Strecke, die teils durch den Landkreis verläuft, einen wirksamen Lärmschutz.

Kritik gibt es in dem Zusammenhang auch an den von Deutscher Bahn und Gemeinden regelmäßig durchgeführten Dialogforen. Die DB Netz AG habe sich durch den Täuschungsversuch mit den Stegdämpfern als ehrlicher und neutraler Makler diskreditiert. Als Alternative schlägt der Arbeitskreis vor, die Gesprächsrunden künftig durch einen "überregionalen und entscheidungsbefugten Projektbeirat" zu ersetzen.