Eröffnung:Neues Jugendzentrum in Vaterstetten: Mehr als nur Party

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Vaterstetten - JUZ BaVa. Eröffnung der neuen Jugendräume

Mit Bar und Lounge-Bereich: Das „Juz Bava“ soll zum angesagten Treffpunkt der Vaterstettener und Baldhamer Jugendlichen werden.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Die Vaterstettener Jugendlichen haben endlich wieder einen Rückzugsort: In der ehemaligen Mittelschule hat das Jugendzentrum "Juz Bava" eröffnet.

Von Marie Schmidt, Vaterstetten

Bunte LED-Lichter sollen für eine feierliche Eröffnung sorgen, Ballons schweben an der Decke. Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) schneidet das symbolische rote Band durch und erklärt die Räumlichkeiten der ehemaligen Mittelschule für das "Juz Bava", also das Jugendzentrum Baldham-Vaterstetten, für eröffnet. Lange haben die Jugendlichen der Großgemeinde für einen neuen Rückzugsort gekämpft. Das "Jura", der Jugendraum, sei nicht mehr geeignet gewesen und eine neue Bleibe musste dringend her. "Damit wir im Winter einfach Räume haben, in denen es warm ist", sagt Jonas Reibetanz, Mitglied bei "Juz Bava".

Die Aula ist mit einem großen Sofa ausgestattet, ein Tischkicker steht im Raum, zwei weitere Sitzecken sind eingerichtet. Die meisten der Möbel waren Sachspenden, die die Jugendlichen nach einem Aufruf erhalten haben. Direkt am Eingang haben sie eine Bar aufgebaut. Hier war das Schlimmste, dass sie so lange auf die Arbeitsplatte warten mussten, sagt Samantha Iller, Vorstandsvorsitzende des Juz. Die Bar haben sie sich selber finanziert, von ihrem gewonnen Preisgeld aus dem Jahr 2020, das sie damals für die beste Jugendarbeit erhalten haben.

Im kleinen Kühlschrank unter der Bar lagern kühle Getränke, die vor allem im Sommer wichtig werden. Wenn die Jugendlichen Partys veranstalten, wird es dort Getränke und Snacks geben. Hierfür wird das Juz entweder ein kleines Eintrittsgeld verlangen oder die Getränke kostenpflichtig ausgeben. "Bei uns ist das Jugendschutzgesetz priorisiert", sagt Iller. Alkohol wird also nie an Minderjährige beziehungsweise an unter 16-Jährige ausgeschenkt. Darauf wird besonders die Vorstandschaft achten, sie besteht aus insgesamt vier Mitgliedern. Nur zwei davon werden vorläufig einen Schlüssel für die Räumlichkeiten haben. Samantha Iller und André Regiert, da sie beide über 18 Jahre alt sind und eine Jugendleiterausbildung absolvierten.

Für Veranstaltungen, die etwas lauter werden könnten, sei außerdem wichtig, die Nachbarn zu informieren. Die Eingangstür müsse zwar immer geschlossen bleiben, trotzdem könnten die Partys mal etwas lauter werden. Vor allem wenn im Sommer der kleine Garten genutzt werde. "Wir werden zwei Wochen vor größeren Events alle Nachbarn per Brief benachrichtigen", so Iller.

Erst einmal aber werden sie sich mit Öffnungen zurückhalten, erklärt der 17-jährige Jonas Reibetanz. Offiziell wird der neue Jugendtreff am kommenden Montag, 15. November, das erste Mal seine Türen für Besucher öffnen. Wenn der Verein offiziell gegründet ist, soll aber ein vielseitiges Programm geboten werden: "Wir wollen uns auch an Workshops versuchen, einfach, dass man für jeden etwas findet und für jeden etwas dabei ist", sagt Reibetanz. Auch Iller ist überzeugt davon, nicht nur Partys zu feiern. "Wir wollen aktuelle Themen ansprechen und auch aufklären. Zum Beispiel über das Gendern sprechen."

Gar nicht ihre Aufgabe oder ein innovatives Konzept? Bei den Jugendlichen kommt die Einführung in wichtige Themen bestimmt gut an und auch Bürgermeister Spitzauer mag die Ideen. Er ist zuversichtlich, dass die Jugendlichen verantwortlich mit den Räumlichkeiten umgehen werden. "Das ist der Schlüssel zur jugendlichen Selbstverwaltung und das wollten wir ja so." Oft habe er die Jugendlichen in den vergangenen Monaten besucht und könne nun guten Gewissens sagen, dass er einen positiven Eindruck hat. Als Dankeschön für seine Unterstützung gibt es eine alte Schuluhr, die im damaligen Lehrerzimmer hing. "Die haben wir einfach abmontiert, so wie eigentlich die meisten Möbel", sagt André Regiert.

Außerdem sind die Jugendpflegerinnen Martha Golombek und Raphaela Schiede gleich mit eingezogen. Sie haben im hinteren Teil des Stockwerks ihren eigenen Bereich bekommen und sich dort ein Büro eingerichtet. Sollten die Jugendlichen Probleme bei der Selbstverwaltung bekommen, haben sie ihre Ansprechpartnerinnen direkt vor Ort. Auch die Gemeindebücherei neben dem Juz unterstützt das Projekt: "Wir wünschen Euch einen erfolgreichen Start. Auf eine gute Nachbarschaft!" Schreiben sie auf dem Instagramaccount des Juz.

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