bedeckt München 26°

Erhöhte Messwerte:Legionellen in der Realschule

Die Warmwasserversorgung der Lehranstalt in Vaterstetten ist mit Keimen belastet. Das Gesundheitsamt sieht allerdings keine Gefahr für die Kinder

- In den Warmwasserleitungen der Staatlichen Realschule in Vaterstetten gibt es Legionellen. Dies wurde auf der Versammlung des Zweckverbandes am Donnerstag bekannt gegeben. Das Gesundheitsamt gibt allerdings Entwarnung: Die Zahl der Keime in den Rohren sei zu gering, um Menschen zu gefährden.

Die Legionellenbelastung in der Schule liege über der Nachweisgrenze, erklärte der zuständige Sachbearbeiter des Landratsamtes Ebersberg Johannes Dirscherl auf der Sitzung. Er betonte aber ausdrücklich, dass keine Gesundheitsgefahr bestehe, dafür sei die Keimbelastung zu gering. Dies bestätigt auch Hermann Büchner, der Leiter des Ebersberger Gesundheitsamtes, auf Nachfrage. Dort liegt das Testergebnis aus Vaterstetten seit Dienstag vergangener Woche vor. Zwar habe man im Warmwassersystem der Realschule tatsächlich Legionellen nachweisen können, allerdings in einer sehr geringen Menge. Je nach Zapfstelle seien zwischen 100 und 275 sogenannte "koloniebildende Einheiten" pro 100 Milliliter Wasser gefunden worden. Der Wert, von dem an eine Gefahr bestehe, und von dem an das Gesundheitsamt Vorsichtsmaßnahmen wie ein Duschverbot anordne, liege dagegen bei einer Belastung von mehr als 10 000 Einheiten pro 100 Milliliter.

"Legionellen gibt es in der Umwelt überall, aber in geringer Zahl", sagt Büchner. Normalerweise seien diese ungefährlich. Zum Problem werden die Bakterien nur, wenn sie in einem Wassersystem zu gute Lebensbedingungen vorfinden. Dies ist der Fall, wenn das Wasser dort bei einer Temperatur um die 25 Grad Celsius längere Zeit steht. Dass überhaupt Legionellen gefunden wurden, liegt laut Büchner an der verschärften Trinkwasserverordnung, die seit November vergangenen Jahres in Kraft ist. Durch die neue Verordnung müssen alle öffentlichen Gebäude, aber auch Lokale, Hotels und Mietshäuser regelmäßig auf Keime im Wassersystem untersucht werden. Büchner lobt sogar die Verantwortlichen des Kreises: Im Gegensatz zu den meisten privaten Immobilienbesitzern habe der Landkreis seine Gebäude allesamt bereits testen lassen. Die Realschule sei dabei die einzige Liegenschaft des Kreises gewesen, in der Keime gefunden wurden.

Obwohl keine Gesundheitsgefahr vorliege, werde man auf jeden Fall die Eltern in den nächsten Tagen über die Untersuchung informieren, kündigte Direktorin Anita Ruppelt an. Denn noch wüssten die Eltern nichts vom Keimbefall der Wasserversorgung, erklärte die Vorsitzende des Elternbeirates Gabriele Ruhland auf Nachfrage. Sehr besorgt zeigt sich die Elternbeiratsvorsitzende allerdings nicht. Auch in ihrem Mietshaus seien schon einmal Legionellen aufgetreten, ohne dass dies gefährliche Folgen hatte. "Eine gründliche Spülung mit Heißwasser, und das ist vorbei."

Büchner rät indes von solchen Maßnahmen ab. "Eine thermische Desinfektion ist weder notwendig noch sinnvoll, das hilft nur kurzfristig." Zwar gingen einige der Legionellen durch das heiße Wasser ein, allerdings vermehrten sich die restlichen meist bald wieder. Denn sobald die Wassertemperatur in den Leitungen wieder auf rund 25 Grad sinkt, und sich nicht bewegt, werde es wieder von den Keimen besiedelt.

Die einzige Möglichkeit, die Legionellen nachhaltig zu bekämpfen, sei deshalb eine Ertüchtigung der Anlage, sagt Büchner. Deswegen habe seine Behörde auch eine Technische-Maßnahmen-Anordnung erlassen. Diese schreibt vor, dass die Schule ihre Warmwasseranlage von einem Fachmann untersuchen lassen und gegebenenfalls sanieren muss.

Das wird voraussichtlich im Januar passieren. Dann soll die alte Gastherme der Realschule ausgetauscht werden, und auch einige Wasserrohre würden erneuert, so Dirscherl auf der Verbandsversammlung.