Entscheidung gefallen Die Berufsschule kommt nach Grafing-Bahnhof

Bilder wie diese soll es bald auch in einer Berufsschule in Grafing-Bahnhof geben.

(Foto: Catherina Hess)

Nun ist es sicher: Das Kultusministerium spricht von einer "endgültigen Klarheit über die Verfügbarkeit des Grundstücks". Es gibt bereits einen Starttermin.

Von Thorsten Rienth, Grafing

Die Entscheidung für Grafing-Bahnhof als Standort für die erste Berufsschule im Landkreis Ebersberg ist offenbar gefallen. Dem Kultusministerium zufolge besteht mittlerweile "die endgültige Klarheit über die Verfügbarkeit des Grundstücks", wie ein Sprecher auf Nachfrage der SZ erklärte. Die Grundstücksfrage galt bislang als letzter offener Punkt. Die Verhandlungen drohten zwischenzeitlich an einer komplizierten Rochade von Grundstücken und Ausgleichsflächen zu scheitern.

Dem Ministerium zufolge starten mit dem Ende der Sommerpause die konkreten Bauplanungen. Nach etwa zwei Jahren könne in der Schule dann der Betrieb starten. Einen reibungslosen Verlauf - auch der noch notwendigen politischen Entscheidungen - vorausgesetzt, wäre dies demnach im Herbst 2021.

Die Schule soll einmal bis zu 2000 Schülern Platz bieten. Bei den Fächern liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen Einzel-, Groß- und Außenhandel, außerdem Lagerlogistik, Zahntechnik und Kfz-Mechatronik. Dazu kommen noch eine Fachschule für Kinderpflege sowie eine Fachakademie für Sozialpädagogik.

Mit der Nachricht aus dem Ministerium scheinen nun auch die Sorgen im Grafinger Stadtrat beendet zu sein, die Schulplanungen könnten auf der sprichwörtlichen Zielgeraden doch noch scheitern. Die Stadt musste eine rund fünf Hektar große Ausgleichsfläche finden und erwerben, die sie dann an den Eigentümer der gleich großen Flächen im Westen von Grafing Bahnhof weiterveräußern wollte. Der Landwirt sei darauf angewiesen, so hieß es, weil er andernfalls seinen Betrieb nicht weiterführen könne.

In einigen Punkten herrsche noch Abstimmungsbedarf, heißt es

Offenbar ist die Rochade nun vertraglich verbrieft. Kaum denkbar jedenfalls, dass das Kultusministerium sonst von einer "endgültigen Klarheit" spräche. Dass dem so ist, bestreiten weder Grafings Bürgermeister Angelika Obermayr (Grüne) noch die Evelyn Schwaiger, Pressesprecherin des Landratsamts. Beide verwiesen allerdings auf einen gemeinsamen Pressetermin mit der Bürgermeisterin und mit Landrat Robert Niedergesäß (CSU) Anfang September. Dort würden umfangreich Details bekanntgegeben. In einigen Punkten herrsche noch Klärungs- und Abstimmungsbedarf.

Die Notarverträge der Grundstückskäufe muss der Grafinger Stadtrat zumindest teilweise noch genehmigen. Vorausgesetzt es tritt nicht ein plötzlicher Stimmungswandel ein, müsste das eigentlich Formsache sein. Als vor etwa einem Jahr Grafing-Bahnhof als Standort ins Spiel gebracht wurde, berichtete die Bürgermeisterin von einer "reihum sehr, sehr großen Zustimmung" in dem Gremium. Aber am Ende wird es ums Geld gehen. Und zwar sowohl aus Grafinger Perspektive, wie auch der des Landkreises.

Bislang war es im Landkreis Usus, dass die Gemeinden die Grundstücke für "ihre" weiterführenden Schulen kostenlos zur Verfügung stellen. Nachdem die fünf Hektar in Grafing-Bahnhof mit mehr als einer Million Euro zu Buche schlagen, regt sich gegen die Praxis vor allem in Grafing Widerstand. Von der Schule profitierten ja schließlich nicht nur Grafinger Schüler oder solche aus der unmittelbaren Umgebung, so das Argument.

Die Einigung auf eine Kostenteilung zwischen Stadt und Landkreis gilt als wahrscheinlich. Die Kreistagsfraktionen von CSU und SPD haben ihre Forderung nach einer Kostenteilung jedenfalls klar artikuliert. In Vertragswerk ist sie allerdings noch nicht gegossen. Die Baukosten für die Schule wurden zuletzt auf mehr als 50 Millionen Euro beziffert.