Enger Zeitplan Jetzt wird's konkret

Den Zuschlag für das Markt Schwabener Schulprojekt hat ein Architekt aus der Nähe von Dortmund erhalten, mit diesem Modell setzte er sich im Architektenwettbewerb gegen insgesamt knapp 80 andere Bewerber durch.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

In Markt Schwaben sollen in diesem Jahr die Planungen für das neue Schulzentrum vorangetrieben werden. Dann wird sich auch zeigen, ob 45 Millionen Euro für das Großprojekt reichen

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

Die Gemeinde Markt Schwaben steht vor einem Jahr der entscheidenden Schritte - vor allem, wenn es um das Großprojekt Schulneubau geht. Die Planungen des Schulzentrums in der Ortsmitte waren zuletzt ins Stocken geraten. Den geplanten Eröffnungstermin am 1. Juli 2022 einhalten zu können, dürfte sportlich werden. Vor den traditionellen Markt Schwabener Neujahrsbegegnungen am kommenden Sonntag, 13. Januar, im Unterbräu gibt Bürgermeister Georg Hohmann (SPD) einen Ausblick auf die Ziele im kommunalpolitische Jahr 2019.

Das mit Abstand wichtigste Thema in Markt Schwaben ist der Bau der neuen Grund- und Mittelschule samt Dreifachturnhalle im Bereich des Jahnsportplatzes. "Hier werden wir dieses Jahr zum ersten Mal eine konkrete Vorstellung bekommen, was wo gebaut wird", so Hohmann. Also etwa, wo die Technikräume der Schule hinkommen, an welcher Stelle die Sanitärräume untergebracht werden. Die zuständigen Fachplaner haben deswegen mehrmals zusammengesessen, so die Gemeinde.

Dass Markt Schwaben mehr Platz für seine Schüler braucht, ist unumstritten. Dennoch ist das größte und teuerste Bauprojekt in der Geschichte der Gemeinde ein Reizthema im Ort. Und das liegt vor allem am lieben Geld. Groben Schätzungen zufolge könnte die Schule insgesamt knapp 45 Millionen Euro kosten - so war der preisliche Rahmen bisher. In diesem Jahr soll es auch hier genauere Zahlen geben, so Hohmann. Ende des ersten Halbjahres, "im zweiten Quartal", solle die Planung so weit fortgeschritten sein, "dass man dann zum ersten Mal eine seriöse Kostenschätzung hat", so Hohmann. Die bisherige Schätzung stützte sich - wie üblich im frühen Planungsstadium - auf aktuelle Baustoffpreise und Erfahrungswerte.

Womöglich, wie so oft bei großen Bauprojekten, liegt die Gesamtsumme dann über dem ersten Schätzpreis. In diesem Fall, so Hohmann, werde man sehr wahrscheinlich überprüfen, welche Elemente möglicherweise noch verzichtbar sind, um die Kosten zu verringern. Den Zuschlag für das Projekt hat ein Architekt aus der Nähe von Dortmund erhalten, der mit einem Landschaftsarchitekten aus München zusammenarbeitet - das Duo setzte sich im Architektenwettbewerb gegen insgesamt knapp 80 andere Bewerber durch.

Die Kosten für den Schulneubau muss die Gemeinde nicht alleine stemmen, einen Großteil dürfte der Freistaat Bayern beisteuern. In der Januar-Gemeinderatssitzung vor einem Jahr hieß es, dass im Mai 2019 mit Fördergeld aus München zu rechnen sei. Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Finanzkraft einer Kommune - ein Vorteil für Markt Schwaben. Die Gemeinde hat sich in dieser Disziplin zuletzt hervorgetan: Als einzige Kommune Oberbayerns erhielt Markt Schwaben eine nennenswerte Summe aus dem Topf der sogenannten "Stabilisierungshilfe" für finanzschwache Gemeinden. Eine Million Euro zusätzlich vom Freistaat für Markt Schwaben (insgesamt wurden in Oberbayern 1,3 Millionen Euro verteilt).

Natürlich geht es in Markt Schwaben nicht nur um Schulen. Auch beim Hochwasserschutz am Hennigbach stehen Bauarbeiten und Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern an, zudem entsteht eine weitere Kindertagesstätte (zwischen der Kita "Kinderland" und dem Edeka), und der neue Wertstoffhof soll nach Verzögerungen fertig werden, laut Hohmann im zweiten Quartal 2019.

Mit dem Schulbau wird es sich freilich noch einige Jahre hinziehen. Im groben Plan von vor einem Jahr wäre am 14. Februar 2020 Baubeginn. Zwei Jahre später, am 10. Februar 2022, sollten Rohbau und Ausbau fertig sein, hieß es damals. Läuft alles nach Plan, könnte die marode Mittelschule zwischen August und November 2022 abgerissen werden, das Gebäude der alten Grundschule samt Hallenbad soll erhalten bleiben. Ob die 300 Mittelschüler und 625 Markt Schwabener Grundschüler tatsächlich pünktlich in das neue Gebäude einziehen können, bleibt eine spannende Angelegenheit.

Die Markt Schwabener Neujahrsbegegnungen finden am Sonntag, 13 Januar, von 14 bis 17 Uhr im Unterbräusaal, Herzog-Ludwig-Straße 1, statt. Einlass ist von 13.30 Uhr an.