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Einsatz bei Regen und Kälte:Fackel für den Frieden

Der internationale Peace Run macht auch in Grafing und in Ebersberg Station.

Von Wieland Bögel

Der Einsatz für den Frieden ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Das mussten auch die Teilnehmer des internationalen Peace Run erfahren, die ihre Tour am Sonntag bei denkbar schlechtem Wetter durch Grafing und Ebersberg führte. Doch trotz des Dauerregens konnten die stellvertretenden Rathauschefs, Heinrich Hölzle in Grafing und Toni Ried in Ebersberg, eine Gruppe durchaus gut gelaunter Läufer willkommen heißen.

Grafings Dritter Bürgermeister Heinrich Hölzle begrüßt die Läufer des internationalen Peace Run vor dem Rathaus.

(Foto: EBE)

Seit nunmehr 27 Jahren gibt es den internationalen Friedenslauf "Peace Run". Dieser wurde 1987 von Sri Chinmoy in New York erfunden. Die Idee dahinter ist, dass sich Läufer aus verschiedenen Ländern eine Fackel weiterreichen, ein Symbol für Frieden und das harmonische Zusammenleben aller Kulturen. Auch der diesjährige Friedenslauf, der im Februar in Portugal gestartet ist, durch alle europäischen Länder führt und im Oktober Belgrad erreicht wird von einer internationalen Mannschaft bestritten. Die Gruppe, welche am Sonntag den Landkreis besuchte, besteht aus Teilnehmern aus Bayern, Österreich, Guatemala, Kroatien, Serbien, Tschechien und der Slowakischen Republik.

Diese Zusammensetzung ändere sich laufend, erklärt Dipavajan Renner, der Koordinator der Europatour. Denn bei fast jeder Etappe seien neue Läufer unterwegs: "Manche laufen eine Woche mit, andere sind die ganzen sieben Monate dabei." Je nachdem wie viel Zeit jeder einzelne habe, schließlich opfern die Teilnehmer für den Fackellauf ihre Freizeit. Rund 120 Kilometer legt die Fackel täglich zurück, allerdings wechseln sich die Läufer beim Tragen ab. Wenn der Friedenslauf schließlich im Herbst in Belgrad ankommt, werden Läufer aus insgesamt 60 Nationen daran teilgenommen haben, sagt Renner. Diese große Resonanz zeige, wie wichtig vielen Menschen der Frieden ist und dass sie dies auch zeigen wollten. "Symbolisch den ersten Schritt tun", dafür stehe der Friedenslauf. "Jeder einzelne kann die Welt verändern, wenn wir Frieden und Harmonie wollen, kann das jeder in seinem Leben umsetzen."

Dass man als Etappenziel Ebersberg gewählt hat, freue ihn sehr, "ich fühle mich geehrt", sagte Ebersbergs Zweiter Bürgermeister Toni Ried, als er die Fackel und eine Urkunde für die Stadt in Empfang nahm. Besonders freue er sich, dass er eine Initiative wie den Peace Run begrüßen könne, die bereits von Mutter Teresa unterstützt wurde. Ried berichtete den Läufern, wie er Mutter Teresa vor 26 Jahren in Kalkutta getroffen hatte, "wir hatten ein wunderschönes Gespräch". Ein Satz, der von den Läufern mit anerkennenden Worten honoriert wurde. Und mit Musik. Die Peace-Run-Teilnehmer sangen das vom Initiator Sri Chinmoy komponierte Friedenslauf-Lied, und das deutlich besser, als es die Ankündigung Renners: "Ich bitte um Nachsicht, wir sind Läufer keine Sänger", erwarten ließ.

Als kleine Stärkung vor dem Ende der Etappe - am Sonntag ging es noch weiter bis nach München - waren die Peace Runner nach dem offiziellen Teil noch zu Kaffee und Kuchen in die nahe gelegene Eisdiele geladen. Ein Angebot, das gerne angenommen und gewürdigt wurde: "Egal wo wir hinkommen, wir lernen nette Leute kennen", lobte Renner seine Ebersberger Gastgeber, "und die anderen, die machen eh nicht mit."

© SZ vom 28.04.2014
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