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Ehrung in Markt Schwaben:Lehrreiche Touren

Heimatkdl. Wettbewerb Gym MS

Gruppenbild mit Abstand: Preisträger, Landrat und Jurymitglieder bei der Feier in der Turnhalle des Gymnasiums.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Markt Schwabener Schüler überzeugen bei Heimatkundlichem Wettbewerb

Wer das Heimatmuseum Markt Schwaben erkunden möchte, kann das künftig mit Hilfe einer Museumsrallye tun, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a des Franz-Marc-Gymnasiums Markt Schwaben entwickelt haben. Und auch einen neuen Reiseführer für die Marktgemeinde gibt es - er ist ebenfalls das Werk von Markt Schwabener Gymnasiasten, ein P-Seminar hat diese Idee umgesetzt. Beide Gruppen sind für ihre kreativen Beiträge nun beim Heimatkundlichen Wettbewerb des Landkreises ausgezeichnet worden.

"Dieses Jahr liegt der Fokus des Wettbewerbs ganz klar in Markt Schwaben", sagte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) am Mittwoch bei der Siegerehrung in der Turnhalle des Franz-Marc-Gymnasiums. Er gestand, dass er vor zwei Monaten noch nicht gedacht hätte, dass eine größere Veranstaltung wie diese Preisverleihung wieder möglich sein werde, freue sich aber umso mehr darüber.

Seit 1979 gibt es den Wettbewerb nun schon. "Er soll zeigen, dass sich interessante und spannende Entdeckungen auch direkt vor der eigenen Haustür finden lassen", sagt Niedergesäß. Mittlerweile befänden sich viele Arbeiten und Projekte des Heimatkundlichen Wettbewerbs in Archiven, Gemeinden und Schulen. Mit der Zeit hätten sich die Themengebiete der Projekte immer weiter ausgedehnt, sagt der Landrat. Dabei habe sich vor allem ein internationaler Schwerpunkt herausgebildet.

In vergangenen Jahren fand die Siegerehrung in den Schulen der jeweiligen Preisträgern oder im Landratsamt statt. Dieses Jahr war der Ort der Siegerehrung wohl von Anfang an klar, denn statt den üblichen 10 bis 15 eingereichten Arbeiten musste die Jury dieses Jahr nur die beiden Arbeiten aus Markt Schwaben bewerten. "Für viele Schulen ist es aufgrund der Coronakrise nicht möglich gewesen, Projekte zu erarbeiten oder fertigzustellen", sagt Landrat Niedergesäß. Trotzdem sprächen die beiden Arbeiten des Franz-Marc-Gymnasiums für Leistung und Engagement.

Engagiert waren die Schüler der Klasse 6a in der Tat. Im vergangenen Jahr hatten die 24 Schüler eine Museumsrallye in Form eines Fragebogens für das Heimatmuseum Markt Schwaben erstellt. Den Fragebogen gibt es auch auf Englisch. "Es ging uns eigentlich nicht so sehr um den Wettbewerb, sondern mehr darum, etwas Interessantes zu erfahren und dabei mit der Klasse Spaß zu haben", sagt Emma, eine Schülerin der 6a. Das Projekt sei für sie ein spannender Einstieg in das Fach Geschichte gewesen. "Wir haben unsere Gruppe in fünf Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe hat sich dann zu einem Raum im Museum Fragen und Antworten überlegt", sagt Eshal, auch Schülerin der Klasse. Sie fand es sehr spannend zu sehen, wie Menschen früher in Markt Schwaben gelebt hätten, sagt sie.

Nicht nur die Jury und der Landrat waren von der Museumsrallye hellauf begeistert, sondern auch Herbert Weiß, der Repräsentant des Heimatmuseums. "Die Schülerinnen und Schüler haben das wirklich toll gemacht", lobt er. Nun möchte er den Fragebogen der 6a in das Programm des Heimatmuseums aufnehmen. Besonders die englische Version habe ihn fasziniert, sagt Weiß. "Bisher haben wir die Museumsführungen nicht so detailliert ins Englische übersetzt", sagt er, da sei die Rallye eine echte Bereicherung.

Auch der Reiseführer des P-Seminars des Franz-Marc-Gymnasiums wird von den drei Heimatpflegern in der Jury gelobt. "Als wir den Reiseführer durchgeblättert haben, ist uns die Kinnlade heruntergefallen", sagt Thomas Warg, der als Heimatpfleger selbst schon ein Programm für Stadtführungen in Ebersberg und Grafing ausgearbeitet hat. Der Abiturient Daniel Nastevski hatte in seinem P-Seminar die Projektleitung übernommen. Der Reiseführer bestehe aus verschiedenen Kapiteln mit Informationen zu Anfahrt, Aktivitäten, Sehenswürdigkeiten sowie Umgebung, erzählt er. Für Hotelempfehlungen habe das P-Seminar sogar eine Umfrage mit 100 Leuten gemacht. "Wir haben uns die Routen im Reiseführer selbst überlegt", sagt der Abiturient. "Besonders schön an dem Projekt war, dass man am Schluss etwas Handfestes erstellt hatte und damit eine Erinnerung an das hat, was man in der Oberstufe geschafft hat", sagt er. Bis jetzt seien 100 Exemplare produziert worden. Eigentlich wollte das Seminar auch ein paar Exemplare in einem örtlichen Bücherladen unterbringen, doch aufgrund der Coronakrise sei das bis jetzt noch nicht möglich gewesen.

Neben einem Preisgeld von je 650 Euro pro Schülergruppe erhalten alle Beteiligten den Bildband "Dahoam in Ebersberg" mit den schönsten Motiven aus dem Landkreis

© SZ vom 26.06.2020

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