Ehrenamtliche im Wahllokal:Gute Quote

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Helfer bei der Auszählung der Landtagswahl 2018 in der Turnhalle der Ebersberger Mittelschule. (Foto: Peter Hinz-Rosin)

Für die Europawahl haben die meisten Gemeinden im Landkreis genug Wahlhelfer gefunden - es gibt aber auch Ausnahmen

Von Valentin Tischer, Ebersberg

Demokratie ist anstrengend. Viel muss gemacht werden, damit das System funktioniert. Teilweise endlose Diskussionen zu Themen, die eigentlich schon vom Tisch sein müssten, Streitereien und unterschiedliche Meinungen treiben so manchen schier zur Verzweiflung. Der größte Aufwand muss aber bevor, während und nachdem das Volk an die Wahlurne schreitet, betrieben werden. Viele freiwillige Helfer sind nötig, um den richtigen Ablauf der Wahl und die Auszählung sicher zu stellen.

Am 26. Mai findet die Europawahl statt. Für die Gemeinden und Städte im Landkreis Ebersberg heißt es bis dahin, genug Wahlhelfer zu finden - am besten auch gleich für die Kommunalwahl 2020.

In vielen Gemeinden ist die Suche nach Helfern schon abgeschlossen, etwa in Anzing. Dort hat Gisela Neumeyer, zuständig in der Gemeinde, schon 35 Meldungen von Wahlhelfern. Für die vier Wahllokale, die mit je acht Personen besetzt werden, reicht das aus. Größere Probleme, auf die erforderliche Zahl an Freiwilligen zu kommen, gibt es laut Neumeyer nicht. "Es klappt immer ganz gut", sagt sie über die Besetzung der Stellen.

Auch in der Kreisstadt Ebersberg herrscht kein Mangel an Helfern. Für die elf Wahllokale in der Stadt sind schon die erforderlichen 88 Helfer gefunden, erklärt Geschäftsführer Erik Ipsen. Diese zu finden sei zum Glück kein Problem gewesen, sagt er. Die Stadt hat in der eigenen Verwaltung aber auch in den anderen Behörden, die in der Stadt ansässig sind, angefragt und viele Mitarbeiter haben sich zum Urnendienst bereit erklärt.

Auch für die kleineren Gemeinden ist es kein großes Problem gewesen, für die Europawahl die erforderlichen helfenden Personen zu finden. Beispielsweise haben Baiern, Bruck und Glonn schon genug Helfer, sagt Alois Huber, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Glonn.

Die meisten Wahllokale einzurichten haben die Gemeinden Vaterstetten und Poing. 21 Wahllokale hat Florian Huhndt von der Gemeinde Vaterstetten mit 147 Personen zu besetzen. Auf einen Pool von ungefähr 400 Personen kann er dabei zurückgreifen, wobei er erklärt, dass wahrscheinlich auch ein paar Karteileichen darunter sein dürften. Für die Europawahl sind die erforderlichen Helfer zusammengekommen. Ohnehin besetzt die Gemeinde die Position des Schriftführers mit einem Verwaltungsangestellten.

In Poing werde nzwölf Wahllokale geöffnet. Die dafür gebrauchten 84 Wahlhelfer sind laut Geschäftsführer Thomas Stark noch nicht zusammengekommen. Es fehlen noch rund 30, schätzt Stark, aber er ist zuversichtlich, dass sich die fehlenden auch noch finden. Die Kommune ruft in ihrem Gemeindeblatt dazu auf sich zu melden. Die Gemeinde informiert auch auf verschiedenen Wegen. "Informationen finden sich auf unserer Website und telefonisch beim Wahlamt", sagt Stark.

Das Amt des Wahlhelfers ist ein Ehrenamt, trotzdem müssen Freiwillige nicht vollkommen ohne Gegenleistung arbeiten. Alle Gemeinden zahlen ein sogenanntes "Erfrischungsgeld". "Das ist so gesetzlich vorgeschrieben", erklärt Beate Käser, von der Gemeinde Markt Schwaben. Mitarbeiter öffentlicher Arbeitgeber bekommen für den Wahlhelferdienst meist einen Tag frei.

Die Höhe des Erfrischungsgeldes schwankt je nach Gemeinde. Mit 30 Euro rangiert die Stadt Ebersberg am Ende des landkreisinternen Rankings. Dafür lockt die Stadt aber mit "einer guten Stimmung, einer Brotzeit und Getränken", so Geschäftsführer Ipsen. In den meisten Gemeinden beträgt die Zahlung zwischen 40 und 50 Euro, in der Regel gibt es dazu auch noch Getränke und Kaffee. Die ausschlaggebende Rolle spielt das Geld aber nicht. "Natürlich wird das dankbar angenommen. Wir haben auch mal Schüler oder Studenten, die an einem Wochenende mal einen Fünfziger verdienen wollen", sagt Alois Huber, Geschäftsleiter der VG Glonn, aber die meisten engagieren sich freiwillig. Das sieht auch Beate Käser aus Markt Schwaben durchaus ähnlich. "Man muss aber sagen, dass ganz viele Ehrenamtliche aus Überzeugung bei den Wahlen helfen", sagt Käser.

Die Europawahl ist für die Gemeinden einfacher zu organisieren. Es gibt weniger Wahllokale zu unterhalten und die Stimmenauszählung ist nicht so aufwendig. Die Kommunalwahlen sind deutlich aufwendiger. Für die Europawahl hat Markt Schwaben zwölf Wahllokale, die mit 96 Ehrenamtlichen besetzt werden, erklärt Beate Käser. Für die Kommunalwahlen werden es 18 sein, mit 144 Helfern. Gerade deswegen sagt Käser: "Bei mir können sich auch jetzt schon Leute für die Kommunalwahl melden." Ihre Kollegen in den anderen Gemeinden stimmen ihr da nur zu. Weitere ehrenamtliche Wahlhelfer sind im jedem Rathaus gerne gesehen.

© SZ vom 08.04.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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