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Egmating:Der nicht gestellte Antrag

Bernhard Wagner und Tochter Magdalena betrachten gemeinsam die Diplomarbeit, die der Gemeinderat über die Münchner Baumschutzverordnung verfasst hat.

(Foto: privat)

Posse im Egmatinger Gemeinderat um Baumschutzverordnung

Es hätte eine schöne Schlagzeile werden können: Ausgerechnet der studierte Forstwissenschaftler Bernhard Wagner möchte in Egmating die seit 1987 geltende Baumschutzverordnung abschaffen. Ein entsprechender Antrag findet sich auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 30. Juni. Einzig: Einen Antrag hat er nicht gestellt, betont der SPD-Gemeinderat. "Ich würde nie auf die Idee kommen, so etwas zu beantragen", sagt Wagner.

Zumindest nicht ernsthaft. In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es jedoch darum, ob fünf Bäume im Kirchsteig gefällt werden dürfen oder nicht. Da hatte sich Wagner gemeldet und gesagt: "Wenn wir das genehmigen, dann beantrage ich für die nächste Sitzung, die Baumschutzverordnung gleich ganz aufzuheben." Um auf die vielen Ausnahmen hinzuweisen, wie Wagner sagt. Er empfiehlt Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU) einen Blick in die Gemeindeordnung zu werfen. Dort stehe, ein Antrag an den Gemeinderat müsse schriftlich gestellt werden. Das sei in seinem Fall nicht geschehen. Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU) sieht das naturgemäß anders, er spricht von einem "Eigentor" Wagners. Dieser habe in der Sitzung das genannten Zitat sogar mit dem Zusatz " . . . gebe ich hiermit zu Protokoll" gesagt. "Ich finde, wenn einer im Gemeinderat einen Antrag stellt, reicht das aus", sagt Eberherr. Der Antrag werde auf jeden Fall am Dienstag behandelt. Dass er durchgeht, ist nach der Vorgeschichte freilich unwahrscheinlich. Für Wagners Geschmack hat die Gemeinde in jüngster Vergangenheit zu vielen Baumfällungen zugestimmt. So auch im Kirchsteig: Wegen Eschenpilzbefalls dürfen die fünf Bäume nun gerodet werden.