Die Folgen des Feuers:Ebersberger Waldmuseum soll im März wieder öffnen

Die Folgen des Feuers: Das Musuem Wald und Umwelt Mitte Januar. Das Dach des Museums wurde durch den Brand nahezu völlig zerstört und ist seitdem provisorisch durch eine Folie geschützt. Kommenden Montag soll eine Behelfskonstruktion montiert werden unter der dann die Aufräumarbeiten beginnen können.

Das Musuem Wald und Umwelt Mitte Januar. Das Dach des Museums wurde durch den Brand nahezu völlig zerstört und ist seitdem provisorisch durch eine Folie geschützt. Kommenden Montag soll eine Behelfskonstruktion montiert werden unter der dann die Aufräumarbeiten beginnen können.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Nach dem Brand im Dezember beginnt kommende Woche das große Aufräumen. Start ist am Montag mit einer wichtigen Konstruktion.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Wenn sich im Frühling die ersten Knospen öffnen, soll dies auch das Waldmuseum tun. Trotz des verheerenden Brandes im Dezember ist geplant, die Einrichtung von März an zumindest teilweise wiederzueröffnen. Diesen Zeitplan stellte Museumsleiter Hannes Müller nun im Technischen Ausschuss des Stadtrates vor. Klar ist aber auch, bis das Museum wieder vollständig instand gesetzt ist, können Jahre vergehen.

Einen Augenzeugenbericht vom Abend des 18. Dezember und der folgenden Nacht gab Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) zu Beginn der Sitzung. Er war von einer Weihnachtsfeier in der benachbarten Ebersberger Alm zum brennenden Museum gerufen worden. Wo er einen beeindruckenden Feuerwehreinsatz miterlebt habe, so der Bürgermeister. Trotz der schwierigen Bedingungen, etwa die engen und an dem Abend auch noch gut zugeparkten Straßen oder der niedrige Wasserdruck auf der Ludwigshöhe, "haben sie es geschafft, zu verhindern dass alles niederbrennt und es ist gelungen die Exponate rauszubringen, bevor das Wasser überall reingekommen ist".

Was allerdings "nicht bedeutet, dass der Schaden gering ist", so Brilmayer weiter, man gehe von mindestens einer Million Euro Schaden aus. Sowohl im denkmalgeschützten Altbau, dem Jägerhäusel aus dem 18. Jahrhundert, wie im Neubau sei der Dachstuhl komplett zerstört. Das Feuer dort habe eine solche Hitze entwickelt, dass die Notausgangsschilder einfach geschmolzen seien, "wie Eiszapfen aus Metall" hingen sie von der Wand, berichtete Brilmayer von einer Begehung. Eine gute Nachricht gebe es allerdings auch, die Stockwerke darunter seien kaum beschädigt worden.

Dies bestätigte Museumsleiter Müller. Er zeigte Fotos etwa aus dem Eingangsbereich, dort sieht es aus wie immer, sogar die Souvenirs im Museumsladen sind unversehrt. Auch in den übrigen Räumen vom Untergeschoss bis zum ersten Stock sei der Schaden überschaubar. Das Feuer war dorthin nicht vorgedrungen, allerdings gibt es Beschädigungen durch Rauch und Ruß sowie Löschwasser.

Am Montag beginnt das große Aufräumen mit dem Bau eines provisorischen Dachs

Was in der Brandnacht nicht herausgetragen werden konnte, etwa das mehrere Meter lange Modell einer Fichtennadel, ist mittlerweile in Folie eingepackt und soll, genau wie einige Zwischendecken und Vitrinenschränke, von kommender Woche an ausgebaut werden. Am kommenden Montag wird das große Aufräumen damit beginnen, dass ein Behelfsdach über das Museum gebaut wird. Dann können die Folien vom Dach genommen werden, die zwar den Regen abhalten, aber durch Kondenswasser selbst für Feuchtigkeit im Haus sorgen. Bereits jetzt laufen darum seit Wochen die Heizlüfter, um Wände und Böden in den unteren Etagen trocken zu bekommen.

Der Museumsbetrieb ruht natürlich derzeit, nicht aber die Umweltstation und die Außenveranstaltungen. So habe man erst diese Woche wie geplant den Kinder- und Familiennachmittag "Tiere im Winter" abhalten können, die Toiletten im Museum seien nach wie vor benutzbar. Auch die unbeschädigten Räume sollen so bald wie möglich wieder benutzt werden. Wie Müller sagt, soll die für März angekündigte Ausstellung "Bäume" von Volker Patalong wie geplant eröffnet werden. Ebenso jene des Förderkreises im August über Lichtverschmutzung.

Wie lange es indes dauert, bis das Museum inklusive Altbau wieder vollständig aufgebaut sein wird, ist noch völlig unklar. Ebenso, wie viel Geld man von der Versicherung am Ende bekomme und wann, sagte Brilmayer. In dem Zusammenhang dankte der Bürgermeister auch den zahlreichen Ebersbergern, die bereits angeboten haben, für die Reparatur des Museums zu spenden oder Benefiz-Aktionen zu organisieren. Allerdings sei es dafür noch zu früh, es wäre nicht richtig, jetzt Spenden einzusammeln und durch die Versicherungssumme am Ende eventuell Gewinn aus dem Brand zu schlagen.

Nichts überstürzen solle man aber auch bei der Wiedereröffnung des Museums, und sei es auch nur abschnittsweise, sagte Gerd Otter (Freie Wähler). So sei es aus Haftungsgründen schwierig, neben einer Baustelle einen Museumsbetrieb zu organisieren. Auch erwartet er, dass der Denkmalschutz "jeden Balken einzeln anschauen" wird, bevor man an den Wiederaufbau des Daches gehen könne. Außerdem gälten für den Wiederaufbau eventuell auch andere Bauvorschriften als für das ursprüngliche Gebäude. "Bevor nicht geklärt ist, was zu tun ist und was bezahlt wird, sollten wir hier gar nichts tun", fasste Martin Schechner (CSU) die Lage zusammen.

Ohnehin werden vor den Bauarbeitern wohl noch einmal die Gutachter von Versicherung und Polizei im Museum aktiv sein. Nach wie vor steht der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung im Raum. Wie Brilmayer auf Nachfrage seines Stellvertreters Toni Ried (FW) sagte, gebe es darüber hinaus aber keine neuen Erkenntnisse.

© SZ vom 16.01.2020/koei
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