München/Ebersberg:Zika Oni darf bleiben

München/Ebersberg: Zika Oni im Kreis seiner Kollegen in der Kunstschmiede Bergmeister. Sie setzten sich ebenso wie sein Chef dafür ein, dass der 31-Jährige nun bleiben darf.

Zika Oni im Kreis seiner Kollegen in der Kunstschmiede Bergmeister. Sie setzten sich ebenso wie sein Chef dafür ein, dass der 31-Jährige nun bleiben darf.

(Foto: Manfred Ruopp/oh)

Darf der Nigerianer weiter in der Ebersberger Kunstschmiede Bergmeister arbeiten? Nach jahrelangem Prozedere spricht Innenminister Herrmann ein Machtwort.

Der in Ebersberg wohnhafte nigerianische Asylbewerber Zika Oni darf bleiben und weiter seiner Arbeit in der Kunstschmiede Bergmeister nachgehen. Dies teilte das Büro der Härtefallkommission im Bayerischen Innenministerium nun dem Ebersberger Landtagsabgeordneten Thomas Huber (CSU) mit. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat dem Ersuchen nach einer Aufenthaltserlaubnis für Zika Oni wie von der Härtefallkommission vorgeschlagen, stattgegeben.

Offenbar wurde die Ebersberger Ausländerbehörde bereits angewiesen, eine Aufenthaltserlaubnis im Falle der weiteren eigenständigen Sicherung des Lebensunterhalts zu erteilen. Damit hat Oni die letzte Hürden auf dem Weg zu einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis genommen und kann seine Arbeit in der Kunstschmiede Bergmeister fortsetzen.

Der Fall erregte über den Landkreis hinaus Aufmerksamkeit, als sich im Zuge einer Sammel-Petition mehr als 2500 Menschen für seine Bleibeerlaubnis einsetzten. Onis Arbeitgeber Matthias Larasser-Bergmeister zeigte sich erfreut über den Ausgang und dankte neben Thomas Huber auch Heinrich Traublinger, dem Ehrenvorsitzenden der Handwerkskammer München und Oberbayern, der sich ebenfalls für Oni eingesetzt hatte sowie Marlies Froneberg, die sich als ehrenamtliche Asylhelferin um Zika Oni kümmerte.

"Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich im Sommer 2019 wegen meiner Rücken-Operationen im Krankenhaus war und die Mail las, in dem mir der Ebersberger Unternehmer Matthias Larasser-Bergmeister die Situation eindrücklich geschildert hatte", erzählt Thomas Huber und ergänzt. Dem folgten in den vergangenen Jahren Mails und Briefe Hubers an staatliche Stellen sowie Telefonate mit Landes- und Bundespolitikern sowie der Härtefallkommission, die sich für den Verbleib Zika Onis ausgesprochen hatte. Huber: "Zuletzt hatte ich den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann im August gebeten, im Sinne der Härtefallkommission zu entscheiden. Es freut mich sehr, dass sich der Einsatz aller gelohnt und diese Geschichte einer wirklich gelungenen Integration nun ihr glückliches Ende gefunden hat."

Nachdem eine Lösung über das Aufenthaltsgesetz nicht mehr in Betracht kam, hatte der Bayerische Landtag nach einer entsprechenden Petition der Familie Larasser die Härtefallkommission eingeschaltet. Die Härtefallkommission ermöglicht es, ausnahmsweise eine Aufenthaltserlaubnis an Ausländer zu erteilen, die eigentlich zur Ausreise verpflichtet wären, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. So kann bei besonderen Einzelschicksalen geholfen werden, für die das Aufenthaltsgesetz sonst keine angemessene Lösung bereithält. Die Kommission entschied sich bereits im Juli im Sinne von Oni - für die rechtskräftige Entscheidung war allerdings die Zustimmung des Innenministers erforderlich, die nun erfolgt ist.

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