Die kommende Woche steht in der Kreisstadt ganz im Zeichen der Europawahl. Von Montag bis Samstag, 3. bis 8. Juni, werden Ebersberger Vereine unter dem Motto „Woche der Demokratie“ am Marienplatz zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Themen abhalten. Allen gemeinsam ist, dass sich diese im weitesten Sinne mit Politik und Gesellschaft befassen.
So geht es am Montag, 3. Juni, von 17 bis 20 Uhr um die Städtepartnerschaft Ebersberg-Yssingeaux. Dabei lädt der Partnerschaftsverein zum Crêpes-Backen ein. Wer am Montag keine Zeit oder noch nicht genügend Crêpes gebacken hat, kann dies auch noch den Rest der Woche tun, die Aktion findet bis einschließlich Samstag statt, dann allerdings von 10 bis 13 Uhr, an den Werktagen von 17 bis 20 Uhr.
Die Ausländerhilfe ist am Montag und am Mittwoch am Marienplatz anzutreffen. Der Verein stellt dann jeweils von 17 bis 20 Uhr die Programme der bei der Europawahl antretenden Parteien in leichter Sprache vor.
Um das Thema „Ökologischer Fußabdruck“ und was das mit europäischer Politik zu tun hat, geht es am Montag, 3. Juni, von 17 bis 20 Uhr beim Verein Gemeinwohl-Ökonomie. Dieser ist auch am Samstag, 8. Juni, am Marienplatz, dann von 10 bis 13 Uhr mit einem „Werte-Quiz“ mit Fragen zu Europa.
Beim KJR kann man unter anderem den Wahl-O-Mat ausprobieren
Etwas zum Mitmachen gibt es auch beim Kreisjugendring, der am Dienstag, 4. Juni, an der Woche der Demokratie teilnimmt. Von 14 bis 17 Uhr gibt es neben interaktiven Spielen auch Videoclips zu Europathemen, außerdem kann man den Wahl-O-Mat ausprobieren, also sehen, welche Partei zu wem passt – und warum. Anschließend, nämlich um 18 Uhr, gibt es dann Musik, und zwar vom Posaunenchor Holy Brass.
Am Donnerstag, 6. Juni, stellt sich der Hospizverein vor, allerdings nicht am Marienplatz, sondern in den Räumen des Vereins in der Ignatz-Perner-Straße 9. Von 15 bis 18 Uhr kann man sich dort bei den Mitgliedern über die Arbeit des Vereins informieren.
Ebenfalls am Donnerstag, dann wieder am Marienplatz, präsentiert der Verein Frauen helfen Frauen, der auch den Frauennotruf betreut, von 17 bis 20 Uhr sich und seine Arbeit. Auch den Förderverein der evangelisch-lutherischen Kirche kann man am gleichen Ort zur gleichen Zeit zu Infos und Gesprächen treffen.
Ein Vortrag beschäftigt sich mit der Neugründung extremer Parteien
Warum das „Parteiensystem vor dem Umbruch“ steht, behandelt am Freitag, 7. Juni, ein Online-Vortrag der VHS Ebersberg. Referent ist Constantin Wurthmann, er lehrt Vergleichende Politikwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sein Vortrag wird sich vor allem mit der Frage beschäftigen, was die Gründung der Wagenknecht-Partei für die Politik und die anstehenden Wahlen bedeutet. Die Veranstaltung dauert von 19 bis 21 Uhr, es ist eine Anmeldung bei der VHS Ebersberg erforderlich. Die Kursnummer ist 241-10139W, die Teilnahme kostet acht Euro.
Die Ebersberger Vereine wollen mit der Woche der Demokratie vor allem auf die anstehende Europawahl aufmerksam machen und zur Teilnahme daran animieren. Immerhin, so schreiben es die Veranstalter in der Ankündigung, sind 448 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen, was mehr als fünf Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Zudem werde in der EU mehr als 15 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erzielt, „die Europäische Union ist also ein sehr wichtiger internationaler Akteur“.
Dieser soll sich nach dem Willen der Veranstalter der Demokratiewoche für Umwelt- und Menschenrechte einsetzen, dies werde international Maßstäbe setzen. Dazu sei es aber wichtig, dass auch Personen „gewählt werden, die die europäische Idee und unsere gemeinsamen Werte fördern und nicht zerstören wollen. Dies sind Menschenwürde, Solidarität, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Transparenz und insbesondere Demokratie“.
„Wir Ebersberger Vereine setzen uns schon immer für diese Werte ein. Unser ehrenamtliches Engagement braucht aber auch eine demokratische politische Umgebung, die diese Werte achtet und fördert. Genau hier erleben wir, dass Menschen und Menschenrechte von einigen mit Füßen getreten werden und die große Mehrheit zusieht. Das wollen wir hier und heute ändern, darum engagieren wir uns.“

