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Ebersberg:Verbesserter Dialog

Ines Linke

Seit September ist Ines Linke, die neue Leiterin des Waldmuseums, im Amt - und sorgt für frischen Wind.

(Foto: Christian Endt)

Ines Linke ist neue Leiterin des Waldmuseums und stellt ihre Pläne vor

Die neue Leiterin des Wald- und Umweltmuseums Ebersberg, Ines Linke, hat sich bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats vorgestellt und gleich mal ein positives Resümee gezogen. "Die Sonderausstellung zum Thema Abfall hat gute Impulse gegeben." Seit September ist die 39-Jährige im Amt und lässt sich nicht zweimal bitten, wenn es darum geht, anzupacken. Im Rahmen der Sitzung hat sie auch den jährlichen Bericht des Museums und ihre Pläne für das kommende Jahr erläutert.

Zu den Vorhaben gehört, dass die Sonderausstellung "Abfall - Rohstoff von morgen" in weiterführende Projekte übergehen soll. "Wir sind bereits mit Bildungseinrichtungen in Kontakt", erläutert Linke. Sie könne sich gut vorstellen, Schulklassenprojekte zu diesem Thema zu unterstützen. Insgesamt will man weiterhin intensiv an der Aufklärung zum Thema Umweltschutz arbeiten. Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) freute sich darüber. "Wo könnte man diese Aufklärungsarbeit besser leisten als an Ihrem Museum?" Bei 90 Öffnungstagen verzeichnete das Museum 2014 zirka 2 500 Besucher, wobei am Wochenende um den 27. September bereits 300 Leute in der Ausstellung waren. Mehr als 80 Prozent der Besucher sind Linke zufolge Kinder und Jugendliche, die mit Familien oder in Schulklassen die Ausstellungen besuchen.

Die neue Leiterin des Museums hat bereits praktische Erfahrung in einem ähnlichen Haus sammeln können. Nach ihrem Studium der Forstwirtschaft mit Schwerpunkt Ökologie und Umweltschutz an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, arbeitete sie im Haus des Waldes in Stuttgart. In Ebersberg nutzte sie ihren ersten Monat unter anderem dazu, sich mit hiesigen Bildungseinrichtungen und dem Klimaschutzmanager der Stadt Ebersberg, Christian Siebel, zu besprechen. "Die Kooperation läuft bisher sehr gut - aber natürlich konnte ich in einem Monat noch nicht den gesamten Landkreis abklappern", erzählte sie.

Im Anschluss gab Linke einen Überblick über Veranstaltungen im vergangenen Jahr sowie über Pläne für die kommende Zeit. Im Mai 2016 soll sich das Museum Wald und Umwelt am Internationalen Museumstag beteiligen. Schwerpunkt der Ausstellung soll dann die biologische Artenvielfalt sein, da der Tag der Artenvielfalt am selben Tag begangen wird. Übergeordnetes Ziel des Museums ist es, die Stadt Ebersberg und den Landkreis auf der Bildungs- und Aufklärungsebene im Bereich Klimaschutz zu unterstützen. "Eine große Rolle spielen dabei natürlich Multiplikatoren wie Schulen", erklärte Linke. Auch konkrete Zahlen präsentierte sie bei der Stadtratssitzung: Die Einnahmen der Umweltstation im Jahr 2014 betrugen 66 000 Euro, das Museum nahm inklusive einer einmaligen finanziellen Förderung der Landesstelle für die nicht staatlichen Museen in Bayern 29 000 Euro ein. Im Vergleich dazu verzeichnet das Museum 2015 bisher weniger Einnahmen, was unter anderem daran liege, erklärte Linke, dass man kein Modellprojekt habe und das Fördergeld von 2014 eine einmalige Finanzspritze war, erläuterte sie. Dass die Kommune das Museum mitfinanziert, steht für den Bürgermeister nicht zur Diskussion: "Wir stehen zu unserem Museum und sind gerne zu dieser Investition bereit", sagte Brilmayer

Bis Mitte des Monats läuft die Bewerbung für ein Projekt mit dem Überthema "Heimat". Im Zentrum steht dabei die mediale Umsetzung, die das Projekt für junge Menschen interessant macht. Ebenfalls in Planung ist die Intensivierung von Gruppenprojekten, damit "Besucher und Ausstellung noch mehr in Dialog treten", so Linke. Ein Schwerpunkt im kommenden Jahr soll auf der Qualitätssicherung liegen: Mit Hilfe von Evaluationsbögen soll das Museum neue Anregungen bekommen und auch den Naturerlebnispfad noch besser nach den Bedürfnissen der Besucher gestalten. "Das Museum steigert die Anziehungskraft der Stadt", kommentierte Bürgermeister Walter Brilmayer.

© SZ vom 10.10.2015
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