EbersbergUnzufriedene Nachbarn

Lesezeit: 2 Min.

Technischer Ausschuss befasst sich mit dem Konzept Friedenseiche VIII

Von WIeland Bögel, Ebersberg

SZ bei Google bevorzugen

Wohl kein geplantes Baugebiet hat in der Kreisstadt eine so lange Vorlaufzeit, wie Friedenseiche VIII - und keines hat wohl mehr Aufhebens verursacht. Nachdem es zunächst Probleme mit der EU um die Vergabe der Grundstücke im Einheimischenmodell gab, sind es nun die Nachbarn, die unzufrieden sind. In der Februarsitzung hatte der Technische Ausschuss des Stadtrates bereits über eine Planänderung diskutiert. An diesem Dienstag steht das Thema erneut auf der Tagesordnung, dann ist zu entscheiden, welche Variante umgesetzt werden soll.

Der Kritikpunkt der künftigen Nachbarn betrifft zum einen die Nachverdichtung an sich, aber noch mehr, wo und wie sie stattfinden soll. Der im vorvergangenen Jahr in den Stadtratsgremien vorgestellte Entwurf sieht eine Reihenhausbebauung im Norden des Wohngebietes vor, im Süden, an der Elsa-Plach-Straße, sollen dagegen fünf Mehrfamilienhäuser entstehen. Laut Plan sind sie drei Stockwerke hoch und parallel zur Straße angeordnet. Dies hat bei den Anwohnern auf der anderen Straßenseite etwas Unmut hervorgerufen, wie auch Ende November bei einer digitalen Bürgerversammlung zum Thema deutlich wurde. Man sei nicht gegen das Wohngebiet an sich, halte aber die Mehrfamilienhäuser an der Stelle für verbesserungswürdig.

Ein Vorschlag aus den Reihen der Teilnehmer war, die Mehrfamilienhäuser weiter nach Norden zu versetzen. Dies käme den künftigen Bewohnern der Reihenhäuser zugute, da sie im Süden keine hohe Bebauung mehr hätten. Umgekehrt hätten die Bewohner in den mehrstöckigen Häusern dann auch eine schönere Aussicht auf die Landschaft am Egglburger See, statt nur auf Nachbarhäuser. Eine Variante, welche indes als unwahrscheinlich gilt, da das Wohngebiet in mehreren Bauabschnitten erstellt werden soll und die Mehrfamilienhäuser im ersten entstehen sollen.

Realistischer ist da schon eine Umplanung, die in der TA-Sitzung im Februar vorgestellt wurde: Die mehrstöckigen Häuser werden quasi in der Mitte geteilt und die Hälften um 90 Grad gedreht. Außerdem soll es weniger oberirdische Parkplätze geben, die Autos könnten in einer Tiefgarage Platz finden. Ebenfalls möglich ist ein größerer Abstand zur Straße, dort könnte eine Grünanlage entstehen. Ebenfalls in der Diskussion ist eine Variante, welche die CSU-Fraktion eingebracht hat. Dabei werden die Mehrfamilienhäuser nicht gedreht, aber zueinander versetzt. Die Nachbarn haben dazu bereits erklärt, dass sie dieser Option nichts abgewinnen können.

Neben Friedenseiche VIII steht ein weiteres Langzeitprojekt auf der Agenda, der mögliche Neubau des ehemaligen Oberndorfer Schulhauses. Es sollte eigentlich saniert werden, 2019 stellte sich aber heraus, dass es in einem viel schlechteren Zustand ist, als angenommen. Darum beschloss der Stadtrat einen Abriss plus Neubau. Ersteres ist zwar erfolgt, letzteres verzögerte sich indes, zum einen wegen zahlreicher anderer Bauprojekte, zum anderen wegen der unsicheren Finanzlage aufgrund der Corona-Krise.

Nun könnte das ruhende Projekt wieder aufgenommen worden. Die Verwaltung will den Stadträten empfehlen, eine entsprechende Planung auszuschreiben. Dazu soll die interfraktionelle Arbeitsgruppe, die es zu dem Thema schon einmal gab, neu eingerichtet werden, mit dem Ziel die Ansprüche an den Neubau zu definieren. Ursprünglich war geplant, dass dort wie im Altbau Wohnungen entstehen, außerdem Räume für die Vereine.

Ebenfalls ein Dauerthema ist der Ausbau der Fahrradständer am Bahnhof. Diesen kann die Stadt nicht selbst veranlassen, da das Grundstück der Bahn gehört. Im vorvergangenen Jahr wurde im Ausschuss bereits ein Konzept vorgestellt, wie sich die oft überbelegten Abstellplätze erweitern lassen. Bis zu 370 Fahrradständer könnten demnach am Bahnhof möglich sein. Mittlerweile hat es auch Abstimmungen mit Vertretern der Bahn und einen Lokalaugenschein gegeben, die Ergebnisse und das weitere Vorgehen werden Thema im Ausschuss sein.

Die Sitzung im Alten Speicher am Dienstag, 9. März, beginnt um 19 Uhr.

© SZ vom 08.03.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: