Für viele Bewohner Ebersbergs endet im Mai ein hochemotionales Projekt: Die Uhr im Kirchturm von Sankt Sebastian, ein etwa 300 Jahre altes mechanisches Unikat, wurde umfangreich restauriert. Denn zuvor hatte die Pendeluhr hoch oben oft die falsche Zeit angezeigt oder nicht richtig geschlagen. Weil weder Kirche noch Stadt sich für zuständig erklärten, hatte der Verschönerungsverein der Kreisstadt beschlossen, sich des Problems anzunehmen.
Die beiden Uhrmacher Kurt Strehlow und Gernot Dürr erklärten sich bereit, das Schmuckstück für 30 000 Euro wieder instand zu setzen – und viele Vereine sicherten ihre Unterstützung zu. Sie halfen, die Teile des 460 Kilogramm schweren Uhrwerks aus dem Turm erst nach unten und später wieder hinauf zu transportieren. In der Werkstatt stellte sich dann heraus, dass es wirklich allerhöchste Zeit war, die Mechanik zu restaurieren: Ein Lager war bereits derart verschlissen, dass nur noch ein zwei Millimeter dünnes Metall die Teile zusammenhielt. Hätte es nicht mehr standgehalten, wäre die entsprechende Trommel samt Gewicht durch den Schacht im Turm drei Stockwerke nach unten gerauscht.
Doch nun verlief das ambitionierte Projekt reibungslos. Alle Teile wurden auf Schäden untersucht und, wenn nötig, repariert, aber immer im Bestreben, den historischen Charakter der Mechanik so weit wie möglich zu erhalten. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass die Ebersberger noch viele weitere Generationen lang Freude an ihrer Uhr haben.



