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Corona im Landkreis Ebersberg:Test-Offensive in Alten- und Pflegeheimen

Altenpflege in Corona-Zeiten

Pflegekräfte in Corona-Zeiten im Glonner Marienheim.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Das Ebersberger Landratsamt reagiert auf die hohen Corona-Infektionszahlen.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

52,5 Prozent aller aktiven Corona-Fälle werden momentan in den Alten- und Pflegeheimen im Landkreis registriert. Deshalb will das Landratsamt nun hier ansetzen und deutlich mehr Tests veranlassen als bisher. In den kommenden drei Wochen sollen die Bewohnerinnen und Bewohner der Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis jeweils zweimal pro Woche auf eine Infizierung mit dem Coronavirus getestet werden. Dazu wird aktuell im Landratsamt eine Allgemeinverfügung erarbeitet. Sie muss von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden.

Die Untersuchung soll dann mit einem sogenannten PCR-Test erfolgen, der aussagekräftiger ist als die gängigen Schnelltests. Weil der Abstrich vom Mund aus im Rachenraum vorgenommen wird, ist er zudem angenehmer für die Getesteten als ein Schnelltest, bei dem über den Nasenraum Abstrichproben entnommen werden.

In mehreren Einrichtungen im Landkreis sind in den vergangenen Wochen und Monaten Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten. Bislang wurden dort die Bewohner in ihrer Gesamtheit meist erst dann getestet, wenn eine Infektion in dem Haus aufgetreten war. Die nun geplanten regelmäßigen Testungen der Heimbewohner sollen helfen, das zu verhindern. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein Test zweimal pro Woche schon seit längerem Pflicht.

Was die Impfungen betrifft, kommt der Landkreis in den Heimen vergleichsweise gut voran. Bis zum 23. Januar sollen alle Bewohner und Mitarbeiter der Alten- und Pflegeheime im Landkreis, die das wollen, eine erste Impfung erhalten haben, so Brigitte Keller, Leiterin der Abteilung Zentrales im Landratsamt und Chefin des Corona-Krisenstabs, bei einem Pressegespräch. Momentan fehlen noch drei Heime, nämlich die Awo-Seniorenheime in Markt Schwaben und Kirchseeon sowie der Walterhof in Markt Schwaben, hier habe man aufgrund des hohen Infektionsgeschehens noch abgewartet, erläutert Keller.

Weniger reibungslos läuft hingegen mit dem Impfstoff-Nachschub. Eine Impfstoff-Lieferung, mit der der Landkreis für Freitag gerechnet hatte, kommt nun doch nicht. In der kommenden Woche sollen aber voraussichtlich am Dienstag und Freitag je 490 Impfdosen geliefert werden. Landrat Robert Niedergesäß sagte, er hoffe in den nächsten Wochen auf verlässliche Lieferungen, denn die Impfbereitschaft im Landkreis sei offenbar hoch und werde wahrscheinlich noch weiter steigen.

© SZ vom 14.01.2021/koei
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