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Ebersberg:Suchen und schweben

Elf Fotografen stellen im Studio an der Rampe aus

Ein bunt-ambitioniertes Kaleidoskop fotografischer Reflexionen und Sichtweisen breiten elf Künstler nun vor dem Ebersberger Publikum aus: Unter der Leitung des Dachauer Fotokünstlers Werner Bauer arbeiteten sie ein Jahr lang darauf hin, eine Ausstellung im Studio an der Rampe des Kunstvereins zu gestalten. Die Vernissage der Jahresausstellung "Projektraum Werner Bauer" in der Galerie im Klosterbauhof findet statt an diesem Freitag, 22. September, um 19 Uhr.

Reinhold Bauer versucht jetzt, wo er so alt ist wie sein Vater damals, eine Annäherung an den viel zu früh Verstorbenen mit dem Medium der Fotografie - eine Suche nach verschütteten Spuren der Familie. Auch Evelyne Bob ist auf der Suche nach ihren Wurzeln, sie war mit der Kamera in ihrem Geburtsort, den sie als Kind verlassen hat. Was erinnert sie dort noch an ihren Begriff von Heimat? Prosaischer geht Alois Englhard vor: Er sendet fotografisch verfremdete Urlaubsgrüße. Stephanie Greil hingegen widmet sich dem essenziellen Charakter der Polaroid-Fotografie und erkundet, inwieweit die Form einer solchen Aufnahme über deren Inhalt dominiert. Thomas Kirchgraber setzt sich mit der Ballettfotografie auseinander: Aus definierten Körpern entwickeln sich durch lange Belichtungszeiten und eine bewegte Kamera fließende, tänzerische Energieströme. Ihre bildnerischen Kunstwelten charakterisiert Ursel Klopsch kurz und bündig: "Nichts ist so aufreizend wie Gelassenheit!" William Martinez zeigt die Begeisterung von Kindern, indem er die Magie ihrer Wirklichkeit abbildet, die mit bloßem Auge nicht zu sehen ist. Ebenfalls spielerisch experimentiert Hans Dieter Schneider mit bunten Schneckenhäusern, die Raumschiffen gleich in realen Umgebungen schweben. "Was für eine Welt hinterlassen wir?", fragt Barbara Steude in ihren Bildern, die sie selbst als eine Art entsorgtes Objekt in einer feindlichen Umwelt zeigen. Renate Rößner widmet sich in der japanischen Tradition des "Wabi-sabi" den kleinen, unscheinbaren Dingen, die ihre Pracht erst bei näherem Hinsehen entfalten. Und Klaus D. Wolf beschäftigt sich mit einem typischen Element urbaner Vorstädte, den Garagen.

Die Ausstellung ist an drei Wochenenden zu sehen: am 23./24. September von 14 bis 18 Uhr, am Freitag, 29., von 18 bis 20 Uhr sowie am 30. September und 1. Oktober von 14 bis 18 Uhr. Sie schließt mit einer Finissage am 1. Oktober ab 16 Uhr.