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Ebersberg:Das selbst-shoppende Auto

Symbolfoto.

(Foto: Stephan Rumpf)

In der Ebersberger Innenstadt könnte es bald einen neuen Einkaufsservice geben, der in der Region München weitgehend unbekannt ist.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Das selbstfahrende Auto steht ja nun seit geraumer Zeit wirklich nur noch ganz kurz vor der Vollendung, in der Kreisstadt könnte es jetzt aber bald das selbst-shoppende Auto geben. Das zumindest verspricht eine Firma aus Ingolstadt, die in Ebersberg ihre Dienstleistung anbieten will. Diese besteht unter anderem darin, dass sich Autofahrer nicht mehr selbst um ihre Einkäufe kümmern müssen.

Natürlich wird dabei nicht das Auto von selbst die Läden der Umgebung zum Einkaufen aufsuchen, das wollen die Mitarbeiter der Firma "Wash at Work" tun, die sich nun an die Stadt gewandt haben. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass die Autos entweder am Volksfestplatz oder auf dem S-Bahnparkplatz abgestellt werden. Wenn die Halter zurück kommen, sollen ihre Einkäufe bereits im Kofferraum verstaut sein. Ebenfalls ein Service, den man anbieten will, ist die Reinigung des geparkten Autos. Für E-Fahrzeuge soll zudem das Aufladen der Batterie gebucht werden können, etwa wenn an der Ladestation zum Zeitpunkt des Parkens kein Platz mehr frei ist.

Die jeweiligen Dienstleistungen können auf der Website der Firma gebucht werden. Diese beauftragt damit dann regionale Partner, wie es in der Projektpräsentation heißt. Um ihre Arbeit erledigen zu können, brauchen die Einkäufer beziehungsweise Autowäscher natürlich Zugang zum geparkten Fahrzeug. Damit die Kunden nicht warten müssen, ist der Plan von Wash at Work, eine Art Telefonzelle neben dem jeweiligen Parkplatz aufzustellen. Dort gibt es Schließfächer, in denen die Autoschlüssel hinterlegt und an die Dienstleister übergeben werden können. Ist der Auftrag erledigt, bekommt der Kunde eine Nachricht geschickt und eventuell auch mitgeteilt, wenn sein Fahrzeug den Parkplatz gewechselt hat.

Eine Übergabestation könnte im Bereich nördlich des Bahnhofes direkt am Parkplatz aufgestellt werden. Laut Wash at Work braucht es dazu lediglich etwa einen Quadratmeter Platz, ansonsten werde keinerlei Infrastruktur benötigt. Den Unterhalt und die Pflege der Schließfach-Zelle teilen sich die örtlichen Dienstleister und die Firma Wash at Work, die Stadt müsse sich um nichts kümmern.

Ebersberg wäre erst die dritte Stadt, wo der Service des 2018 gegründeten Startups eingeführt wird. Wash at Work betreibt derzeit in Landshut einen Standort und drei in Ingolstadt. Dort gibt es ein besonders umfassendes Angebot: Neben verschieden aufwendiger Autowäsche und Reinigung inklusive Politur, kann man - wie es auch in Ebersberg geplant ist - Lebensmitteleinkäufe erledigen lassen. Dies sei nicht auf haltbare Ware beschränkt, so die Firma auf ihrer Website, bei Bedarf würden Kühltaschen bereitgestellt. Sogar kleinere Reparaturen können die Kunden in Ingolstadt an ihrem geparkten Auto vornehmen lassen. Konkret zählt die Firma die Entfernung von Kratzern, Schrammen, Steinschlägen und Rost auf, außerdem die Reparatur von Felgen, Autositzen und Kunststoffteilen.

Ob es die Ebersberger bald auch so bequem haben werden, darüber entscheidet der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Digitales am Dienstag, 27. April. Ebenfalls auf der Tagesordnung stehen ein Bericht des Bundes der Selbständigen zur wirtschaftlichen Lage in Ebersberg sowie der Kämmerei über die Haushaltsentwicklung im ersten Quartal 2021. Außerdem wird es um die geplante Wirtschaftsförderung gehen, die der Ausschuss im März auf den Weg gebracht hatte. Nun sollen die in der Zwischenzeit erarbeiteten Vorschläge der Fraktionen vorgestellt und diskutiert werden. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Alten Speicher.

© SZ vom 27.04.2021/koei
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