Kommunalwahl 2026Mit Schirmen und Gesang gegen Hetze

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Etwa 20 Seniorinnen und Senioren haben am Ebersberger Marienplatz für Demokratie und Toleranz geworben. Um sich den „Omas gegen rechts“ anzuschließen, muss man weder eine Frau sein, noch Enkel haben. Eine gewisse Reife genügt.
Etwa 20 Seniorinnen und Senioren haben am Ebersberger Marienplatz für Demokratie und Toleranz geworben. Um sich den „Omas gegen rechts“ anzuschließen, muss man weder eine Frau sein, noch Enkel haben. Eine gewisse Reife genügt. Peter Hinz-Rosin
  • Die „Omas gegen rechts" haben sich im Landkreis Ebersberg gegründet und zählen inzwischen etwa 70 Mitglieder zwischen 50 und 87 Jahren.
  • Mit weißen Schirmen und Gesang warben etwa 20 Seniorinnen und Senioren am Ebersberger Marienplatz für Demokratie und gegen Rechtsextremismus.
  • Bis zur Kommunalwahl Anfang März sind weitere Aktionen in verschiedenen Gemeinden geplant, darunter eine Großveranstaltung am 15. Februar im Alten Speicher.
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In Ebersberg treten die „Omas gegen rechts“ mit Gesang und weißen Schirmen für Demokratie ein – und finden dabei unerwartet viel Rückhalt.

Von Anja Blum, Ebersberg

„Bella ciao, ciao, ciao, wir alle fordern, nie mehr Faschismus“, erklang es am Ebersberger Marktplatz aus vielen Kehlen. Mit weißen Schirmen, lautem Gesang und selbst gestalteten Plakaten haben die Omas gegen rechts dort gezeigt, dass viele Menschen aus der älteren Generation besorgt sind über die politische Entwicklung in Deutschland. Etwa 20 Seniorinnen und Senioren warnten vor einem Rechtsruck.

Erst unlängst hat sich ein Dutzend Engagierte zusammenfanden, um die Omas gegen rechts im Landkreis Ebersberg zu gründen. Inzwischen haben sich etwa 70 Frauen und Männer der Gruppierung angeschlossen. Die Jüngsten sind ungefähr 50 Jahre alt, älteste engagierte Mitstreiterin ist die 87-jährige Katharina Gstettenbauer.

Sie alle eint die Sorge, dass Deutschland wieder auf eine rechte Diktatur zusteuern könnte. Besonders beunruhigend sei, schreibt die Gruppierung, dass die AfD einen Landratskandidaten präsentiere, der Mitglied einer schlagenden Burschenschaft sei. „Die kommunalpolitische Entwicklung im Landkreis hat auch Altlandrat Hans Vollhardt veranlasst, sich uns anzuschließen.“

Plätzchen und Kuchen sind natürlich ein Spezialgebiet der „Omas gegen rechts“. Doch auch allerhand Infomaterial hatten sie zu ihrer Aktion am Ebersberger Marktplatz mitgebracht.
Plätzchen und Kuchen sind natürlich ein Spezialgebiet der „Omas gegen rechts“. Doch auch allerhand Infomaterial hatten sie zu ihrer Aktion am Ebersberger Marktplatz mitgebracht. Peter Hinz-Rosin

Die Omas gegen rechts setzen sich für eine freie und demokratische Zukunft ein, für eine Vielfalt der Kulturen, für Toleranz sowie ein respektvolles und friedliches Miteinander. Doch es werde immer offensichtlicher, dass zu einem offenen Eintreten gegen rechte Parolen inzwischen Mut gehöre: Beispielsweise sei eine Frau in der S-Bahn angepöbelt worden, weil das Logo der Omas auf ihrem Schirm erkennbar gewesen sei.

Umso ermutigender empfinden es die Initiatorinnen, dass so viele engagierte Menschen im Alter von Omas und Opas aus dem gesamten Landkreis zusammenfinden. Beim Auftritt auf dem Ebersberger Marienplatz hätten sich wieder spontan weitere Mitstreiterinnen angeschlossen. Bis zur Kommunalwahl Anfang März will die Gruppierung häufig präsent sein.

Auch in anderen Gemeinden seien Aktionen geplant, zu denen alle aufgerufen seien, „die auch sichtbar machen wollen, dass rechte Hetzparolen nicht zu unserem schönen Landkreis passen“. In Ebersberg findet am Sonntag, 15. Februar, im Alten Speicher von 14 bis 18 Uhr eine Großveranstaltung für Demokratie statt, an der auch die Omas gegen rechts teilnehmen – „natürlich mit selbst gebackenem Kuchen“. Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 19. Februar, statt. Interessierte jeden Geschlechts sind willkommen und können sich auf der Homepage https://omasgegenrechts-ebe.de/ informieren.

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