Ebersberg Der jüngste Chefarzt, den die Kreisklinik je hatte

Der neue Chefarzt der Ebersberger Kreisklinik: Marco Heinz.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Marco Heinz leitet seit Anfang Januar die Radiologie und Nuklearmedizin in Ebersberg. In den 39-Jährigen werden große Erwartungen gesetzt.

Von Sandra Langmann, Ebersberg

"Wir sind nicht nur gut ins neue Jahr gerutscht, sondern es ist auch jemand zu uns gerutscht", verkündete Stefan Huber, der Geschäftsführer der Kreisklinik Ebersberg. Am 1. Januar übernahm Marco Heinz den Chefarztposten der Radiologie und Nuklearmedizin in der Kreisklinik Ebersberg. Er ist mit 39 Jahren der jüngste Chefarzt, den es in der Kreisklinik je gab.

Bereits am ersten Tag wurde er von der Herzlichkeit seiner Kollegen überwältigt, wie er berichtete. Es wurden Girlanden und weitere Dekoration angebracht; Heinz dachte, dass es sich dabei um Silvester-Überbleibsel handelte. Auf Nachfrage erfuhr er aber, dass dies ihm galt. Mit weniger Dekoration, dafür mit Gästen wie Bürgermeister Walter Brilmayer, Landrat Robert Niedergesäß und Landtagsabgeordneter Thomas Huber (alle CSU) wurde der neue Chefarzt am 9. Januar offiziell empfangen.

Marco Heinz konnte sich gegen 50 Bewerber aus ganz Deutschland und auch aus Schweden durchsetzen und tritt nun in die Fußstapfen von Renate Steckel, die seit 30 Jahren im Haus tätig ist und 14 Jahre den Posten als Chefärztin inne hatte. Ihre Arbeit fortzuführen, sei nicht leicht, so der Ärztliche Leiter Peter Kreissl. Doch er sei überzeugt, mit Heinz die richtige Wahl getroffen zu haben.

Nach 14 Jahren als Chefärztin der Radiologie und Nuklearmedizin übergibt Renate Steckel das Zepter an Marco Heinz.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Nach seinem Zivildienst in München studierte der gebürtige Stuttgarter Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im spanischen Alicante absolvierte er ein Auslandssemester, wechselte anschließend an die TU und begann mit seiner ärztlichen Tätigkeit in der Gefäßchirurgie am Uniklinikum rechts der Isar. Diese sei schon damals eng mit der interventionellen Radiologie verknüpft gewesen und das habe ihn fasziniert, so der Chefarzt.

Nach seiner Promotion 2006 verschlug es ihn ans Klinikum Traunstein, wo er in der radiologischen Abteilung arbeitete. 2009 wechselte Heinz ans Radiologische Institut des Universitätsklinikums Erlangen, wo er zuletzt als Oberarzt tätig war. Dort sei es ihm möglich gewesen, das gesamte diagnostische Spektrum der Radiologie mit modernster Technik und Geräten anwenden zu können, so Heinz.

Die Hauptaufgabe der Radiologie-Abteilung in Ebersberg bleibe weiterhin die bildgebende Diagnostik. Dank neuester Technologie können Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden, erklärt Heinz. Das bedeutet, dass bei einem operativen Eingriff nur mehr kleinste Schnitte von Nöten seien. Seine Vorgängerin Renate Steckel habe bezüglich der Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, die in den Beinen auftritt, bereits einen sehr guten Standard etabliert. Daran möchte Heinz, wie er sagt, anknüpfen. In enger Zusammenarbeit mit den chirurgischen und internistischen Fachdisziplinen sollen diese Interventionen auf Arme, Bauch- und Brustraum ausgeweitet werden.

Bezüglich der Gefäßdiagnostik eile der Kreisklinik ein guter Ruf voraus und daher habe man hohe Erwartungen an den Chefarzt, so der Ärztliche Leiter Kreissl. Doch man habe sich gründlich beraten und jemanden gefunden, der nicht nur fachlich, sondern auch menschlich perfekt ins Team passe. Der Meinung ist auch Renate Steckel, die ihren Posten mit einem sehr guten Bauchgefühl übergibt, wie sie sagte. Für sie sei die Klinik wie eine Familie gewesen, zu der sie immer wieder gerne zurück kehrt. Nun wolle sie aber kürzer treten, doch so ganz möchte sie es mit der Medizin nicht sein lassen. Mehr verrät die ehemalige Chefärztin aber nicht.

Marco Heinz hat in München und in Traunstein gelebt und hat in Ebersberg einen familiären Hintergrund. In den Bergen fühlt er sich wohl und verbringt dort auch am liebsten seine Freizeit. Bald kommt seine Frau mit den drei Kindern nach, die sich hoffentlich bald so daheim fühlen wird wie er.