NachrufTrauer um Klemens Siebert

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Alle Programme des KBW, in ein Buch gebunden: Das war einmal ein Geschenk an Klemens Siebert – und eins, auf das er sichtlich stolz war.
Alle Programme des KBW, in ein Buch gebunden: Das war einmal ein Geschenk an Klemens Siebert – und eins, auf das er sichtlich stolz war. Peter Hinz-Rosin

Der Gründungsvorsitzende des Katholischen Kreisbildungswerks ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er hatte die Erwachsenenbildung im Landkreis Ebersberg entscheidend mitgeprägt.

Die Menschen aus dem Landkreis Ebersberg zusammenbringen, den Austausch anzuregen, das war der große Wunsch von Klemens Siebert. Und dieses Ziel hat er erreicht: Seit mehr als 50 Jahren steht das Kreisbildungswerk, dessen Gründungsvorsitzender er war, für vielfältige Erwachsenenbildung, neue Impulse und Angebote für jede Lebensphase von der Geburt bis zum Abschiednehmen. Und auch kritisch darf es immer wieder sein. „Kann das Kreisbildungswerk so offen sein und Themen aufgreifen, die vielleicht der Kirche nicht schmecken?“ Dass die Antwort auf diese Frage immer „ja“ war, das war Klemens Siebert wichtig. Nun ist der Grafinger, den viele Landkreisbürger auch als Pädagoge kannten und schätzten, im Alter von 86 Jahren gestorben.

Seine Heimatstadt Breslau musste Klemens Siebert schon als Sechsjähriger im Jahr 1945 gemeinsam mit seiner Familie verlassen. In Straubing fand die Familie eine neue Heimat. Schon nach der Schulzeit wollte Siebert Lehrer werden, das war aus gesundheitlichen Gründen aber erst einmal nicht möglich. Er wurde Buchhändler und arbeitete in diesem Beruf auch in London und Rom.

Erst später wurde es ihm möglich, Lehramt zu studieren. Zur gleichen Zeit heiratete er und zog mit seiner Frau Gerda nach Grafing. Dort bekamen sie in den folgenden Jahren drei Kinder.  Als Pädagoge war Siebert zunächst in Poing, Ebersberg, Moosach/Alxing und Markt Schwaben tätig. Bis zu seiner Pensionierung war er Rektor in der Grund- und Mittelschule Kirchseeon/Eglharting. Mit viel Leidenschaft übte er seinen Beruf aus und hatte ein immer offenes Ohr sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für seine Kolleginnen und Kollegen, so berichten es diejenigen, die ihn kannten.

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Neben seinem Beruf wurde Siebert 1972 Gründungsvorsitzender des damals noch jungen Bildungswerkes, dessen Gründung durch die Kirche angeregt wurde. Im Landkreis gut vernetzt und als Lehrer mit Bildungsarbeit vertraut, konnte er auf die Unterstützung der Politik vertrauen. Kontinuierlich wurde das Angebotsportfolio unter seiner Führung ausgebaut: zu den Schwerpunkten Religion und Spiritualität, Familie, Gesellschaft und Politik, Kunst und Kultur kamen im Laufe der Zeit Gesundheitskurse, das „Netzwerk Trauer“ oder auch Wellcome dazu. Als Pädagoge lagen Klemens Siebert die Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen am Herzen: so rief er das Patenprojekt ins Leben, welches Heranwachsende auf dem Weg von der Schule ins Berufsleben unterstützt.

Nach 13 Jahren gab Klemens Siebert den Vereinsvorsitz ab. Er wechselte in den geschäftsführenden Ausschuss und brachte dort bis 2019 weiter seine Erfahrung ein. In dieser Zeit widmete sich Siebert einem zusätzlichen Steckenpferd, dem Reisen. Seine Studienreisen nach Bulgarien, Griechenland, Italien, die Türkei und an viele andere Orte der Welt sind allen Teilnehmenden unvergesslich geblieben. Als Reisebegleiter vermittelte er zwischen 2008 und 2019 besonderes Hintergrundwissen über Land und Leute, erstellte im Vorfeld Infobroschüren und anschließend Erinnerungsbände für die Teilnehmenden.

Die Erwachsenenbildung im Landkreis verliere in Klemens Siebert eine verdiente und engagierte Persönlichkeit, unterstreicht das KBW in seinem Nachruf. „Klemens Siebert war weit mehr als ein Funktionsträger: Er war ein Brückenbauer zwischen Menschen und ein leidenschaftlicher Vermittler von Wissen“, so Hubert Schulze, Vorsitzender des KBW. Auch Geschäftsführerin Andrea Splitt-Fischer verweist auf die Lücke, die Siebert hinterlassen wird: „Klemens Siebert war bis zuletzt auf vielen Veranstaltungen des Kreisbildungswerkes als Gast präsent und hat uns in unserer Arbeit bestärkt.“

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