Manchmal findet man auf Ebay doch kleine Schätze. Lange hatte der Förderkreis für das Museum Wald und Umwelt schon nach dem Begleitbuch zur berühmten Holzbibliothek von Candid Huber gesucht, leider vergeblich. Nun aber ist es Ursula Kunz, der stellvertretenden Vorsitzenden, gelungen, sich im Internet die 1793 erschienene „Kurzgefaßte Naturgeschichte der vorzüglichsten baierischen Holzarten“ zu sichern.
Das wertvolle Büchlein ergänzt seit Kurzem die Sammlung im Museum Wald und Umwelt auf der Ebersberger Ludwigshöhe, das 117 der Holzbücher in seinen Bestand hat. In ihnen hat der Benediktinermönch Candid Huber Blätter, Samen und Früchte eines bestimmten Baums zusammengestellt, dazu auch oft Nützlinge und Schädlinge, die an dem Baum leben. Noch heute bieten die kleinen Kästchen wertvolles Anschauungsmaterial und werden vor allem von jungen Besucherinnen und Besuchern bestaunt.


Die neueste Spende des Förderkreises für das Museum kommt im Jubiläumsjahr: Seit 20 Jahren hat es sich der Förderkreis zur Aufgabe gemacht, das Museum nach Kräften zu unterstützen. Möglich machten das nicht nur die Mitgliedsbeiträge, erzählt Vorsitzender Rudolf Schierl, sondern auch die Einnahmen aus einem Vermächtnis, über die der Verein verfügen kann. Eine der teuersten Anschaffungen der vergangenen Jahre war dabei ein digitaler Scanner, der über die ausgestellten Holzbücher gezogen werden kann. Auf einem Bildschirm können die einzelnen Bestandteile angeklickt und Informationen dazu abgerufen werden. Auch die Holzdeichel aus dem mysteriösen Brunnen im Forst hat der Verein restaurieren lassen. Sie ist ebenfalls im Museum zu bestaunen, das nach einem verheerenden Brand im Jahr 2019 im vergangenen Jahr wiedereröffnet wurde.
Pflanzungen am Klostersee
Im Jubiläumsjahr will der Verein aber nicht nur Museumsausstattung fördern, sondern auch „ein besonderes Zeichen für die Zukunft setzen“, wie es Schierl ausdrückt. Mindestens 20 Bäume will der Verein für die Stadt finanzieren, sie sollen südwestlich vom Klostersee die Weiden ersetzen, die kaputtgegangen sind. Bergahorne, Buchen, Eichen und Edelkastanien werden über die Stadtgärtnerei beschafft und eingepflanzt.
Ohnehin beschränkt sich die Unterstützung des Förderkreises seit Langem nicht nur auf das Finanzielle, die Mitglieder haben in den vergangenen Jahrzehnten auch Veranstaltungen zur Umweltbildung organisiert, vielfältige Sonderausstellungen konzipiert und aufgebaut, etwa zu aktuellen Themen wie Lichtverschmutzung oder zum Nutzen von Mooren. Auch zukünftig wolle man helfen, hier Akzente zu setzen, unterstreicht Schierl, freuen würde sich der derzeit etwa 90 Mitglieder starke Verein dabei über jüngere Mitstreiter, die sich gern einbringen wollen. Generell habe man sich vorgenommen, die Werbemaßnahmen für das Museum zu verstärken, denn die Ausstellungsräume könnten durchaus noch mehr Besucher vertragen, wie Schierl findet: „Es ist eine wunderschöne Ecke, die aber noch bekannter werden muss.“
Das 20-jährige Bestehen des Vereins wird im Rahmen des Herbstfests im Waldmuseum am 11. Oktober begangen. Von 15 Uhr an hält an diesem Tag Robert Vogl, Spezialist für forstliche Bildungsarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, einen Vortrag über „Bausteine zur erfolgreichen Umweltkommunikation“.

