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Treffen in Ebersberg:Wasserstoff: Modellprojekt startet in Ebersberg

Wasserstofftankstelle

Neben Linienbussen sollen auch Autos und Lastwagen mit Wasserstoff versorgt werden.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Mit regenerativen Energien wird Wasserstoff erzeugt und damit Diesel und Benzin zum Antrieb von Fahrzeugen ersetzt.

Im Dezember vergangenen Jahres erteilte der Bund den Zuschlag, dass die Landkreise Ebersberg, München und Landshut eine von drei geförderten Wasserstoffregionen in Deutschland werden, 20 Millionen Euro Fördergelder fließen dafür in die Region. Nun nimmt das Projekt Fahrt auf. Vertreter der drei Landkreise, Wasserstoffexperten, Kooperationspartner und Projektunterstützer haben sich zum Start in Ebersberg getroffen, Landrat Robert Niedergesäß (CSU) begrüßte mehr als 50 Teilnehmer zum "Kick-off-Treffen" der Wasserstoffregion im Landratsamt.

Mit regenerativen Energien Wasserstoff erzeugen und damit Diesel und Benzin zum Antrieb von Fahrzeugen ersetzen, damit haben sich die Partner über das Förderprogramm HyPerformer beim Bund beworben. Mit den Fördermitteln wird in einem ersten Schritt in einem Wasserkraftwerk an der Isar im Landkreis Landshut grüner Wasserstoff mit einem sogenannten Elektrolyseur produziert. In jedem der drei Landkreise ist zunächst eine Wasserstofftankstelle geplant, die dann aus Landshut beliefert wird. Die Infrastruktur soll möglichst in den nächsten drei Jahren stehen. Neben der primären Versorgung von Linienbussen - Projektpartner in Ebersberg ist hier das Busunternehmen Ettenhuber - sollen dort auch Autos und bei entsprechender Verfügbarkeit Lastwagen betankt werden können.

Die Einsatzmöglichkeiten für Wasserstoff sind perspektivisch vielfältig, auch der Einsatz bei der Energieversorgung von Häusern ist möglich. In der weiteren Zukunft soll Wasserstoff auch dezentral aus dem Überschuss-Strom von Windenergie- und Photovoltaikanlagen produziert werden. Dies hat den Vorteil, dass in Zeiten der Überproduktion von erneuerbarem Strom dieser sinnvoll genutzt werden kann und nicht mehr abgeregelt werden muss. "Die Idee ist bestechend, ein Meilenstein im Klimaschutz im Bereich der Mobilität", sagt Landrat Niedergesäß. Es sei auch eine wichtige Ergänzung zur E-Mobilität, die sinnvoll nur einen Teil der Lösung beitragen könne und gerade im Bereich der Batterieproduktion umstritten sei. "Besonders im öffentlichen Nahverkehr, aber letztendlich auch bei jeder Autofahrt wäre der Einsatz von grünem Wasserstoff ein großer Fortschritt beim Vermeiden von CO₂", so Niedergesäß.

Das erste Treffen mit allen Beteiligten und Unterstützern in Ebersberg diente dem gemeinsam Kennenlernen, dem Informationsaustausch und der Vorbereitung der nächsten Schritte. Nun sollen die in der Bewerbung definierten Projekte konkretisiert und mit dem Bund abgestimmt werden. Als Plattform für die Projektkoordination soll ein Innovationscluster gebildet werden, in dem auch die Landkreise als Ansprechpartner eine zentrale Funktion einnehmen werden. "Durch die Wasserstofftechnik versprechen wir uns einen großen Schritt hin zur Energiewende." Mit der grünen Wasserstoff-Modellregion schaffe man dem Landrat zufolge Anreize für den Klimaschutz "und auch ein gutes Klima für innovative Firmen, Betriebe und auch Start-ups, die uns im Klimaschutz voranbringen und attraktiv machen".

© SZ vom 12.02.2020/koei
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