Noch vor wenigen Tagen hatte Marion Schug ihren Kundinnen auf Instagram Lust auf den Sommer gemacht, mit italienischen Streifenblusen, die die Inhaberin des Ebersberger Modehauses auf den Fotos auch selbst strahlend und fröhlich als Model präsentierte. Doch inzwischen ist klar: Es wird die letzte Sommersaison sein, in der die Kundinnen sich im Modehaus Schug ausstatten können. Zum Ende des Sommers schließt das Geschäft, bereits am 5. März beginnt der Räumungsverkauf.
„Sehr traurig“, „das tut mir sehr leid“, „wie schade“, „das ist ja schrecklich“ – so äußern sich die Kundinnen unter einem Instagram-Beitrag, in dem Marion Schug am Wochenende die anstehende Schließung angekündigt hat. Denn das Modehaus ist durchaus eine Institution in der Kreisstadt, in der es sonst nur noch kleinere Boutiquen und die Modekette C&A gibt. Seit 1996 führen Martin und Marion Schug das Modehaus in der Eberhardstraße in zweiter Generation.
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„Es war für uns eine extrem schöne Zeit“, unterstreicht Martin Schug. Dass man diesen Lebensabschnitt aber nun beende, sei eine rein persönliche Entscheidung, die nichts mit den Rahmenbedingungen oder den strukturellen Gegebenheiten zu tun habe. Ebersberg habe „wahnsinnig viel zu bieten“, auch wenn – wie überall – die Bedingungen für den stationären Einzelhandel schwieriger geworden seien. Seine Frau und er wollten sich aber nun einem Projekt widmen, mit dem man anderen Menschen eine Chance geben wolle, „neue Wege zu gehen und sich persönlich weiterzuentwickeln“ – genauer will Schug seine Pläne zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen.
Für die Kreisstadt ist die anstehende Schließung ein Verlust. Das Angebot in der Innenstadt hat sich ohnehin in den vergangenen Jahren nicht zum Besseren verändert: Im Einkaufszentrum E-Einz hat bereits seit Längerem der Zeitschriftenladen geschlossen, die Räume sind seither ungenutzt. Nach der Pleite der Deko-Kette Depot ist nebenan im Einkaufszentrum der Billigladen „Tedi“ eingezogen. Der Buchladen Otter kämpft mit zurückgehenden Umsätzen, erst vor wenigen Wochen hat Inhaber Björn Hartung deutlich gemacht, dass die Lage existenzbedrohend schwierig ist.

