Leserbriefe:Mehr als ein heimeliges Lichtspektakel

Zum Bildtext "Gold, Grau, Glitzer" vom 8. November:

Ein "ansprechendes" Foto mit goldgelbem Herbstlaub, gerade gut und groß genug, um die erste Ebersberger Lokalseite zu füllen. Das muss natürlich auch betextet werden, folgerichtig mit schnell abrufbaren Klischees, die man sich auch sparen könnte, wenn man es bei der Nennung des Orts der Fotografie belassen würde. Dann aber außer "strahlend und golden" und den "dunklen Wolken am Horizont" die Überleitung mit der obligatorischen Klage über "noch gut 130 Mal schlafen" bis zum Frühlingsanfang und dem Trost auf die "Perspektive, dass bald das Grau durch Lichterketten und Weihnachtsflitter aufgelockert wird". Und ja, wie tröstlich, dass Vaterstetten bereits Anfang November (!) schon weihnachtlich (!) ausgeleuchtet ist und "andere Gemeinden (...) flugs folgen" werden ...

Hoppla - wie tröstlich ist das denn ein Jahr nach der im letzten Winter doch so erfolgreich geübten Reduktion von Energieverschwendung angesichts von Gasmangel, aber auch, offenbar schnell vergessen, von Klimaproblemen, die nicht durch tröstliche Lichtorgien wegillusioniert werden können? Immer deutlicher wird auch hier, wie weit man sich von den religiösen Wurzeln der vorgeblich "staden" Zeit entfernt hat. Nicht nur, dass bei Aldi & Co schon kurz nach Ende der Sommerferien der Weihnachtskonsum mit Christstollen und Butterspekulatius angeheizt wird; inzwischen wird auch der Advent völlig sinnfrei umgedeutet zum ach so heimeligen Lichtspektakel, während doch der Ursprung der adventlichen Zeit das Warten in symbolisch-dunklen Zeiten auf die licht- = heilbringende Ankunft des Erlösers Jesus ist, dessen bethlehemische Geburt erst zum würdigeren Anlass für ein Lichterfest wird als die Kaufmotivation in den Innenstädten.

Ganz abgesehen davon, dass Weihnachten inzwischen - wie tendenziell auch das von eierlegenden Hasen okkupierte Osterfest - völlig losgelöst von christlichen Bezügen zur Geschenkaustauschveranstaltung verwirtschaftet wurde, von dem Gedeih und Verderb nicht der Menschheit, sondern scheinbar des Einzelhandels abhängt. Man muss nicht sonderlich religiös sein, um eine derartige Entwicklung für abgeschmackt zu halten.

Norbert Mayer, Ebersberg

Zeit für einen sachlichen Dialog

Zum Bericht "Vom Fordern überfordert" vom 4. Dezember:

Wie Sie richtig berichten, ist das Thema rund um den Brenner Nordzulauf sehr komplex und daher sind unterschiedliche Meinungen/ Argumente absolut gerechtfertigt und nachvollziehbar.

Man sollte jetzt aber endlich zu einem sachlichen Dialog/Fakten im Sinne der Bürger kommen! Laufend diese fragwürdigen Unterstellungen/Behauptungen wie "massive Fehler bei der Planung" zudem jetzt vom Landrat Herrn Niedergesäß "befeuert", dass sich die Bahn auf die Trasse Limone versteift hat - und das "sei die Arroganz der Bahn" usw. Weiter kann man das in dem Dringlichkeitsantrag von Herrn Huber im Bayrischen Landtag vom 22. November2022, Drucksache 18/25141, nachlesen - hier spricht man bei der Begründung zum Antrag "von Entsetzen, Unverständnis der Bürger" auch von "breiter, überparteilicher Zustimmung für den bestandsnahen Ausbau", "von einer verfehlten Öffentlichkeitsarbeit der Bahn" - und natürlich auch davon, "das die Bahn möglicherweise Fehler gemacht hat" usw. Konkretes, sachlich Fachliches, was gegen die Variante Limone spricht, habe ich nicht gefunden.

Diese bisherige Vorgehensweise ist nach meiner Meinung nicht zielführend und spaltet den Zusammenhalt. Es sollten jetzt lösungsorientierte Argumente im Sinne der betroffenen Bürger/Gemeinden, im Dialog mit der Bahn, sowie für eine zeitnahe Verlagerung von der Straße auf die Schiene gemacht werden.

Werner Lamisch, Aßling

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