Süddeutsche Zeitung

Klimaschulen im Landkreis Ebersberg:Energiesparen mit Pippi Langstrumpf

Zeitschaltuhren und Recyclingpapier: Wenn Schulen Energie einsparen, bekommen sie diese als Prämien ausgezahlt. Auf stolze 10 600 Euro haben es die Ebersberger Schulen in diesem Jahr gebracht.

Von Greta Wach, Grafing

Pippi Langstrumpf ist das stärkste Mädchen der Welt. Sie ist selbstbewusst und vertraut auf ihre Fähigkeiten. Von ihr stammt das Zitat: "Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffen werde" - das Motto der diesjährigen Veranstaltung zu Ehren der Klimaschulen und ihres Engagements für Umwelt und Klima.

Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen sowie Vertreter der Gemeinden und Städte versammelten sich in der Aula des Max-Mannheimer-Gymnasiums in Grafing, um ihren gemeinsamen Erfolg zu feiern. Es herrschte aufgeregte Stimmung an diesem kalten Morgen. Schüler mit weiten Augen tuschelten mit ihrem Sitznachbarn, Lehrkräfte winkten sich über zwei Stuhlreihen hinweg zu. Man ist stolz auf das, was man erreicht hat. Und das kann man auch sein, denn in diesem Jahr belief sich die Preissumme auf insgesamt 10 600 Euro.

Prämien sind für weitere Maßnahmen im Klimaschutz gedacht

Landrat Robert Niedergesäß (CSU) nannte das Konzept der Klimaschulen in seiner kurzen Ansprache eine "Erfolgsstory", die es in dieser Form allein im Landkreis Ebersberg gibt. Die Klimaprämie solle Schüler und Lehrkräfte für ihre Beteiligung am Umweltschutz nicht nur belohnen, sondern sie auch zu weiterem Engagement im kommenden Jahr anspornen. Das Geld solle außerdem für weitere Bildungsprojekte im Bereich Klima und Nachhaltigkeit genutzt werden. "Bildung ist wichtig und Klima gehört dazu", sagt er.

In einer vorher aufgezeichneten Videobotschaft wandte sich auch die Poetry Slammerin Lotta Emilia an die anwesenden Schülerinnen und Schüler. Sie betont die Bedeutung von Worten und die Wichtigkeit des Diskurses für Veränderung und ermutigt die Kinder und Jugendlichen, für ihre Anliegen und Interessen einzustehen. Denn: "Wandel fängt im Kleinen an", so die Poetry Slammerin.

Auf dem sogenannten Markt der Möglichkeiten, der auf die Prämienverleihung folgte, präsentierten die Schulen ihre Projekte aus dem zurückliegenden Jahr. Fokus liegt hierbei auf wechselseitigem Austausch und Inspiration.

Ziel ist es, CO₂ und Energie zu sparen

Es ist bereits das siebte Mal, dass Schulen in diesem Rahmen für ihren Einsatz gewürdigt wurden. Das Konzept der Klimaschulen wurde 2016 von der Energieagentur Ebersberg-München ins Leben gerufen - mit dem Ziel, den CO₂-Fußabdruck und Energieverbrauch der Schulen zu reduzieren und Kinder und Jugendliche für umweltbewusstes und ressourcenschonendes Handeln zu sensibilisieren. Möglich ist das durch Maßnahmen wie beispielsweise die Verwendung von Recyclingpapier, Zeitschaltuhren bei Licht und Strom oder Umbauten und Sanierungen. Energiekosten, die auf diese Weise eingespart werden können, werden den Schulen dann - von Gemeinden und Landkreis - ausgezahlt. Insgesamt 28 Schulen - darunter Grund-, Mittel-, Realschulen sowie Gymnasien aus dem ganzen Landkreis - können sich mittlerweile Klimaschulen nennen.

Mit ihrem Verhalten seien Schülerinnen und Schüler eine Inspiration für ihre Mitmenschen, auch für Erwachsene. Landrat Niedergesäß ist der Meinung: "Jeder kann seinen Beitrag für eine bessere Welt leisten." Deshalb arbeitet auch das Landratsamt Ebersberg neuerdings mit recyceltem Papier - ganz nach Vorbild der Schulen.

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