Historiker-StreitHat Josef Wintrich NS-Verbrechen mitgetragen?

Lesezeit: 5 Min.

Berühmter Ebersberger: Josef Wintrich (Zweiter von links) bei seiner Amtseinführung als Präsident des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 1954 mit Bundespräsident Theodor Heuss (links), dem Ministerpräsident von Baden-Württemberg Gebhard Müller und Bundeskanzler Konrad Adenauer (rechts).
Berühmter Ebersberger: Josef Wintrich (Zweiter von links) bei seiner Amtseinführung als Präsident des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 1954 mit Bundespräsident Theodor Heuss (links), dem Ministerpräsident von Baden-Württemberg Gebhard Müller und Bundeskanzler Konrad Adenauer (rechts). dpa

Eine neue Studie erhebt schwere Vorwürfe gegen den Ebersberger Juristen und einstigen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts. Lokale Geschichtsforscher sind entsetzt – und sprechen von „Rufmord“.

Von Anja Blum, Ebersberg/München

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Lässt sich die Essenz eines Lebens aus Akten destillieren? Ja, natürlich, würden Historiker wohl sagen. Dass sie sich derart uneins sind über das Ergebnis wie bei dem Juristen Josef Wintrich, kommt aber vermutlich eher selten vor. Die Kernfrage ist: Welche Rolle spielte der einstige Präsident des Bundesverfassungsgerichts während der NS-Zeit? War er ein Opportunist, der sich anpasste, um Karriere zu machen? Oder war er ein Aufrechter, der sich anpasste, um im Rahmen seiner Möglichkeiten Gutes zu tun?

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