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Ebersberg:Hallenbad darf wachsen

Die Südwand des Ebersberger Hallenbades soll versetzt werden, um Platz für ein Lehrschwimmbecken zu schaffen.

(Foto: Christian Endt)

Stadträte votieren einstimmig für Sanierung mit Erweiterung

"Aus Erfahrung kann ich saggen, am Schluss war es immer besser, wenn man es gescheit macht - auch wenn es ein paar 100 000 Euro mehr kostet." Mit diesem Satz fasste Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) nun die Entscheidung des Technischen Ausschusses zur Sanierung des Hallenbades zusammen. Diese wird mit einer Erweiterung verbunden, so das einstimmige Votum der Stadträte. Eine Entscheidung, die auch den Startschuss für eine der größten Investitionen der Kreisstadt in den vergangenen Jahren bedeutet.

Geplant ist, dass unter anderem die Fassade und die Fenster erneuert werden. In der Halle wird es eine neue Deckenverkleidung geben, außerdem sollen die Umkleiden und der Sanitärbereich erneuert und umgestaltet werden. Auch die Technik wird modernisiert, geplant ist der Einbau einer stärkeren Lüftungsanlage. Für diese Maßnahmen alleine gibt es eine Kostenschätzung von sechs Millionen Euro plus Sicherheitspuffer von 900 000 Euro.

Eine weitere Dreiviertelmillion Euro würde eine Erweiterung im Bereich des jetzigen Kleinkinderbeckens kosten. Dieses könnte durch ein sogenanntes Lehrschwimmbecken ersetzt werden, dort könnten dann etwa Gymnastikkurse und Ähnliches stattfinden. Nötig wäre dafür aber, die Außenwand zu versetzen. Betriebsleiter Jürgen Puls hatte sich in der vorigen Sitzung des Ausschusses deutlich für diese Maßnahme ausgesprochen. Damit, so der Schwimmbad-Chef, könne man die Attraktivität und damit die Besucherzahlen erhöhen.

Nachdem der Vorschlag zunächst in den Fraktionen beraten wurde, war das Votum in der aktuellen Sitzung eindeutig. "Das Bad soll zukunftsfähig sein", sagte Alois Lachner (CSU), "mit dem Lehrschwimmbecken sind die Gestaltungsmöglichkeiten viel größer." Auch wenn die zusätzlichen 750 000 Euro "ein finanzieller Kraftakt" seien. Dass die Kosten durchaus erheblich sind, sah auch Ebersbergs Zweiter Bürgermeister Toni Ried (FW), dennoch werde seine Fraktion der Erweiterung ebenfalls zustimmen. Denn die Gelegenheit dafür komme so schnell nicht wieder, "wenn wir es jetzt nicht erweitern, dann erweitern wir in den nächsten 40 Jahren nicht".

"Die Zukunftsfähigkeit ist schon eine andere, als mit dem Planschbecken", befand auch Christoph Münch (SPD). Natürlich müsse man die hohen Kosten sehen, auf die Erweiterung zu verzichten sei aber "an der falschen Stelle gespart". Nicht zuletzt, weil mehr Besucher am Ende auch weniger Defizit bedeute. Münch regte aber an, zu prüfen, ob es eventuell zusätzliche Fördermittel für das Lehrschwimmbecken gebe. Dies will man im Bauamt nun tun, allerdings, so Christian Stalla, seien die Aussichten eher gering. Denn die Fördermittel würden entsprechend der Schülerzahl, die im Bad Sportunterricht bekommt, ausgezahlt. Philipp Goldner (Grüne) sprach sich ebenfalls für die große Variante aus, es sei "nicht vermittelbar, wenn bei sechs Millionen Euro kein Mehrwert rauskommt". Er schlug vor, wenn man schon die Südwand umbaut, dort gleich einen Sonnenbalkon anzulegen, um die Attraktivität des Bades noch weiter zu erhöhen.