Möglicher Behördenumzug nach Grafing:Mitten am Marktplatz

Möglicher Behördenumzug nach Grafing: Im Gebäudekomplex rund um das "Gefreite Haus" gibt es mittelfristig viel freien Platz.

Im Gebäudekomplex rund um das "Gefreite Haus" gibt es mittelfristig viel freien Platz.

(Foto: Christian Endt)

In Grafing eröffnet sich eine zweite Option für einen neuen Standort des Ebersberger Finanzamts.

Von Thorsten Rienth, Grafing

In den Umzug des Ebersberger Finanzamts nach Grafing kommt offenbar Bewegung. Neben der Option im Gewerbegebiet "Schammach II", die bereits seit einiger Zeit im Raum steht, kursiert im Grafinger Stadtrat nun eine weitere Möglichkeit: ein Umzug in den Gebäudekomplex um das "Gefreite Haus" an der Westseite des Marktplatzes. Der ursprünglich angedachte Wechsel der Behörde vom Ebersberger Marktplatz ins Sparkassengebäude in der Doktor-Wintrich-Straße ist mittlerweile vom Tisch.

Von den Plänen wollen mehrere Grafinger Stadträte gehört haben, die in ihrer Stadt als gut vernetzt gelten. Auch im Rathaus ist die neuerliche Option bekannt. Er habe davon gehört, berichtete Bürgermeister Christian Bauer (CSU) auf Nachfrage der SZ. Offiziell sei die Stadt aber in den Vorgang nicht involviert. "Uns gehört das Gebäude nicht." Im Weg stehen würde die Stadt allerdings auf keinen Fall. "Das Finanzamt zahlt zwar keine Gewerbesteuer, aber zur Belebung des Marktplatzes würde es sicherlich beitragen."

An diesem Punkt wiederum ist die Stadt im Zugzwang. Das bisher in dem Gebäudekomplex sitzende Unternehmen Cadfem baut gerade eine neue Firmenzentrale im Gewerbegebiet. Hunderte Quadratmeter Bürofläche könnten also am Marktplatz mittel- bis langfristig leerstehen. Ob dies für das bayerische Finanzministerium sowie Immobilien Freistaat Bayern relevant ist, steht freilich auf einem anderen Blatt. Letztere verwaltet die Gebäude und Grundstücke der bayrischen Behörden. Dem Finanzministerium sind die Finanzämter unterstellt.

Dass ein gut erreichbares Finanzamt bei beiden Entscheidern hohes Gewicht hat, ist kein Geheimnis. Und genau das nährt bei den Stadträten die Hoffnung, dass die Option im "Gefreiten Haus" schon weiter gediehen sein könnte, als bislang offiziell bekannt. Nach "Schammach II" seien es von der S-Bahn-Haltestelle in Grafing-Bahnhof fast eineinhalb Kilometer. Von Grafing-Stadt an den Marktplatz nicht einmal ein Drittel der Strecke. Und gegenüber in der Lagerhausstraße gibt es sogar eine Tiefgarage mit öffentlich gewidmeten Stellplätzen.

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