Projektstart in EbersbergEin neues Gesundheitsquartier mitten in der Stadt

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So soll der neue Gesundheitscampus aussehen, der Wohnen, Medizin und verschiedene Serviceleistungen vereint.
So soll der neue Gesundheitscampus aussehen, der Wohnen, Medizin und verschiedene Serviceleistungen vereint. Eurytos Unternehmensgruppe/oh
  • Auf dem früheren Plastifol-Areal in Ebersberg entsteht ein Gesundheitscampus mit 159 Wohnungen, einem Medizinzentrum und Serviceleistungen für Senioren.
  • Das Medizinzentrum bietet Fachärztepraxen, ein ambulantes OP-Zentrum und eine Apotheke unter einem Dach für ganzheitliche medizinische Versorgung.
  • Die Investition liegt im fast dreistelligen Millionenbereich, der Bezug ist für Ende 2028 geplant.
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Ärzte, Service, barrierefreies Wohnen: Auf dem früheren Plastifol-Areal in der Kreisstadt entsteht etwas, das viele als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnen. Das Interesse der Ebersberger daran ist riesig.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

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Klar, auch die Häppchen, die da im Alten Speicher serviert wurden, waren fein und noch dazu kostenlos. Das war aber sicher nicht der Grund, warum kürzlich der große Veranstaltungsraum mitten unter der Woche proppenvoll war: Rund 400 Zuhörer füllten den Alten Speicher bis auf den letzten Platz – vorgestellt wurde ihnen ein Projekt, das im Landkreis einzigartig ist. Der Gesundheitscampus in der Nähe des S-Bahnhofs soll Wohnen für Senioren, ärztliche Versorgung und Pflege vereinen. Ebersbergs Bürgermeister Ulrich Proske (parteilos) sprach von einem „Leuchtturmprojekt“, Landrat Robert Niedergesäß (CSU) von einem „guten Tag für die Stadt Ebersberg und den Landkreis“.

Es geht um die Entwicklung des früheren Plastifol-Areals zwischen Ring- und Kolpingstraße, nur wenige Gehminuten von der Ebersberger Innenstadt und dem S-Bahnhof entfernt. Ursprünglich wollte die Eurytos Entwicklungs GmbH und Co. KG aus Vaterstetten auf dem 8800 Quadratmeter großen Areal nur Wohnungen bauen, das stieß aber im Ebersberger Stadtrat auf Widerstand. Das Gremium wünschte sich an dieser Stelle „ein Stück Stadt“: eine Kombination aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und Freiflächen.

Die Abrissarbeiten am früheren Plastifol-Areal haben bereits begonnen.
Die Abrissarbeiten am früheren Plastifol-Areal haben bereits begonnen. Peter Hinz-Rosin
Früher wurde auf dem Areal Innenausstattung für Autos hergestellt, etwa Verkleidungen an den Türen oder für den Kofferraum.
Früher wurde auf dem Areal Innenausstattung für Autos hergestellt, etwa Verkleidungen an den Türen oder für den Kofferraum. Peter Hinz-Rosin
Wo jetzt noch Trümmer liegen, sollen schon in Kürze die Bauarbeiten beginnen.
Wo jetzt noch Trümmer liegen, sollen schon in Kürze die Bauarbeiten beginnen. Peter Hinz-Rosin

So in etwa soll es nun kommen: Das Projekt gliedert sich in zwei Hauptbereiche – ein medizinisches Zentrum und Wohnungen – ergänzt durch etwas Gewerbe und einen begrünten Innenhof. Das sogenannte „Komfortwohnen“ umfasst 63 barrierefreie Wohnungen in verschiedenen Größen, bei denen Serviceleistungen des BRK, das im Erdgeschoss eine Tagespflege betreiben wird, bei Bedarf dazugebucht werden können.

Laut Eurytos-Geschäftsführer Frederic Mann sind neun der Komfortwohnungen bereits reserviert, man gehe davon aus, dass man im April mit der Beurkundung der Kaufverträge beginnen könne.  Auch eine Bäckerei mit Café ist in dem Gebäude geplant. An der Ringstraße werden darüber hinaus zwei weitere Wohngebäude mit insgesamt 96 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen. 14 von ihnen werden laut Mann mietpreisgebundene Wohnungen sein, für die die Stadt das Belegungsrecht haben wird. Zwölf Euro soll die Startmiete für diese Wohnungen betragen.

Im sogenannten Medizentrum sollen Fachärztepraxen, ein ambulantes OP-Zentrum, eine Apotheke und ein Laden für Medizintechnik einziehen. Die Idee ist laut Mann, den Patienten eine ganzheitliche medizinische Versorgung zu bieten und ihnen lange und umständliche Wege zu ersparen. Diagnostik, Therapie, ambulante Operationen und Nachsorge sollen hier geboten werden, „ein Alleinstellungsmerkmal“, so der Eurytos-Geschäftsführer. Die zwei OP-Säle können von allen Ärzten im Medizentrum, aber auch von externen Nutzern gebucht werden.

Das Interesse an dem Projekt, das Wohnen und medizinische Versorgung vereint, ist in Ebersberg riesig. 400 Interessierte ließen sich im Alten Speicher die Planungen vorstellen.
Das Interesse an dem Projekt, das Wohnen und medizinische Versorgung vereint, ist in Ebersberg riesig. 400 Interessierte ließen sich im Alten Speicher die Planungen vorstellen. Barbara Mooser

Einer der neuen Mieter im Ärztezentrum steht bereits fest: das Zentrum für Orthopädie und Sporttraumatologie (ZOS), das derzeit noch im Klosterbauhof seine Praxisräume hat. Weitere Mieter sollen laut Mann vor allem ortsansässige Fachärzte werden, die sich neu orientieren, mehr Raum benötigen oder ihren Patienten Parkplätze direkt vor der Tür bieten möchten.

Die künftigen Mieter können ihre Praxisräume gemeinsam mit einem Architekten ihren Bedürfnissen entsprechend planen lassen, bei den Praxisgrößen gibt es laut Mann keine Vorgaben. Die Aufteilung der 2500 Quadratmeter, die noch zur Verfügung stehen, sei sehr flexibel möglich. In wirtschaftlichen Fragen unterstützt die Münchner Ärzteberatung die künftigen Mieter. Details zu den Gesamtkosten des Projekts nennt der Geschäftsführer nicht. Nur soviel: Es handle sich um eine Investition im „fast dreistelligen Millionenbereich“.

Der Abriss der alten Firmengebäude auf dem Areal hat bereits begonnen, im zweiten Quartal dieses Jahres soll es mit den Tiefbauarbeiten, Ende des Jahres dann mit dem Rohbau losgehen. Der Innenausbau soll Anfang 2028 beginnen, bezugsfertig ist das Objekt dann – sofern alles nach Plan läuft - Ende 2028.

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