Steinhöring Gemeinsam gegen das Brummen

Anwohner und Firmen einigen sich auf ein gemeinsames Vorgehen, um dem geheimnisvollen Brummton auf den Grund zu gehen. Unterdessen wird das Medieninteresse an dem Mysterium immer größer.

Dem ebenso geheimnisvollen wie nervtötenden Brummton, der seit gut zwei Jahren einigen Bewohnern Steinhörings den Schlaf raubt, soll nun in einer gemeinsamen Aktion auf den Grund gegangen werden. Wie Landrat Robert Niedergesäß (CSU) nun erklärte, haben sich Firmen, wie die OMV, die in Steinhöring eine Pipeline betreibt und Betroffene auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Demnach sollen mehrere Gutachter Messungen vornehmen unter der Koordination des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.

Das Brummen hält aber nicht nur Anwohner und Landratsamt auf Trab, es hat inzwischen auch überregional Beachtung gefunden. Bereits Anfang vergangenen Jahres berichtete das Bayerische Fernsehen in seiner Sendung quer über den Brummton aus dem Untergrund, nun haben sich erneut Kamerateams angekündigt. An diesem Freitag etwa will sich der Kölner Privatsender RTL in Steinhöring auf die Spur des Brummens begeben, das ZDF hat ebenfalls ein Auge, beziehungsweise ein Ohr auf die kleine Gemeinde im Landkreisosten geworfen.

Wesentlich ernsthafter und vor allem langfristiger als das Unterhaltungsfernsehen befasst sich ein vom Landratsamt im vergangenen Jahr ins Leben gerufener Runder Tisch mit dem Brummen. Aus diesem Gremium kommt auch der Vorschlag, dass nun sowohl die Firmen, die als Verursacher in Frage kommen, als auch das Landratsamt je einen Gutachter bestellen, der dem Brummen nachforschen soll.

Die Federführung übernimmt das bayerische Landesamt für Umwelt. Dass man sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt hat, "das war nicht immer selbstverständlich", sagt der Landrat, "es war ein langer Weg, aber die Basis ist jetzt gegeben". Wann die Messungen stattfinden werden, steht derzeit allerdings noch nicht fest. Dies hänge auch von der Einschätzung der Experten ab. Zwar wolle man "zeitnah eine Lösung finden", so Niedergesäß, wichtig sei aber vor allem die Qualität der Untersuchungen, "auch wenn es dann ein halbes Jahr länger dauert".

Ebenfalls sehr positiv bewertet Niedergesäß die Aussagen der Firmen. Diese hätten bereits versichert, dass sie, falls sie, wider eigener Untersuchungen, doch für das Brummen verantwortlich seien, dessen Ursachen sofort beseitigen wollten. "Das sind alles wichtige vertrauensbildende Signale", lobt Niedergesäß, "hoffentlich finden wir auch bald die richtigen Signale im Boden."