Ebersberg/Frauenneuharting:Keine Lösung in Sicht

Seit Jahren möchte der Landkreis Ebersberg einen Abschnitt der Kreisstraße bei Frauenneuharting ausbauen

Von Johanna Feckl, Ebersberg/Frauenneuharting

Im Landkreis Ebersberg gibt es einen Abschnitt einer Kreisstraße, der den Mitgliedern des Umweltausschusses (ULV) sowie der Verwaltung wohl gleichermaßen Kopfschmerzen bereitet - und das seit Jahren. "Das ist unter aller Sau und einer Kreisstraße nicht würdig", formulierte es etwa Kreisrat Thomas Lechner (Bayernpartei). Es handelt sich dabei um die Kreisstraße EBE 09 zwischen den Frauenneuhartinger Ortsteilen Schaurach und Jakobneuharting - von allen Kreisstraßen ist dieser Abschnitt im schlechtesten Zustand. Eine langfristige Lösung ist immer noch nicht in Sicht, wie in der Sitzung des Kreis-Umweltausschusses (ULV) deutlich geworden ist.

Pläne für einen Ausbau gibt es im Kreis eigentlich schon lange. So wurde die restliche Straße zwischen Haging und Jakobneuharting bereits vor gut neun Jahren ausgebaut. Für das letzte Stückchen ist das Vorhaben bislang jedoch am notwendigen Grunderwerb gescheitert. Und tut es wohl auch weiterhin: Einer der aktuellen Grundstückseigentümer verlangt ein Tauschgrundstück, das der Kreis in der geforderten Form jedoch nicht besitzt.

Bei der Thematik schien es sich um eine regelrechte Krux zu handeln: "Eine Lösung, die wirklich eindeutig ist, habe ich heute nicht dabei", machte der Sachgebietsleiter für Abfallwirtschaft und Kreisstraßen Johannes Dirscherl klar. Drei Möglichkeiten, wie mit dem Straßenabschnitt umzugehen sei, stellte er dem Gremium detaillierter vor. Variante eins würde einen Ausbau bedeuten, der am Bestand orientiert ist. Damit einhergehen würde eine Verbreiterung der Straße, die zum Teil nur 5,50 Meter breit ist, auf immerhin 6,50 Meter. Mit der aktuellen Breite sei eine Verkehrssicherheit eigentlich nicht gegeben, sagte Dirscherl. Die Kosten für diese Möglichkeit würden sich schätzungsweise auf etwa 2,3 Millionen Euro belaufen.

Variante zwei sieht einen Ausbau innerhalb des Bestands vor. Damit würde jedoch auf längere Zeit eine eigentlich zu schmale und damit verkehrsunsichere Straße festgeschrieben und auch die Kurvenradien entsprechen nicht den Anforderungen, wie Dirscherl betonte. Bei Kosten von rund zwei Millionen Euro müsste der Kreis trotzdem eine Menge Geld in die Hand nehmen.

Bei Variante drei würde die Straße in dem betroffenen Bereich saniert werden. Dabei gibt es aber mehrere Probleme: Der untere Teil der Straßenschicht ist "undefinierbar", so Dirscherl. Der Oberbau sei in einem solch schlechten Zustand, dass er eine Kernsanierung notwendig machen würde - die Sanierung von Deck- und Tragschicht reiche da nicht mehr aus. Mit einer Million Euro wäre das die kostengünstigste Möglichkeit, jedoch nur zunächst. Denn auf Dauer könnte die Straße irgendwann einen nicht mehr vertretbaren Zustand erreichen, was Haftungsfragen nach sich ziehen würde. Ständige Flickarbeiten würden die anfangs vergleichsweise niedrigen Kosten langfristig gesehen stetig in die Höhe treiben - und diese Variante am Ende unwirtschaftlich machen.

Die Fraktion der Grünen sprach sich für eine Variante ohne Straßenverbreiterung aus. Waltraud Gruber sagte, die Straße habe "keine überregionale Bedeutung". Dem widersprach Martin Lechner (CSU). "Schau mal, was da in der Früh aus Grafing an Verkehr kommt!" Eine Millionen Euro auf diesem Untergrund auszugeben sei "eigentlich rausgeschmissenes Geld". Dirscherl zufolge ergab eine Verkehrszählung bereits 2015 innerhalb von 24 Stunden 4331 Fahrzeuge auf der besagten Kreisstraße. "Das ist schon eine Hausnummer", urteilte Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Der bayernweite Durchschnitt bei einer Kreisstraße liegt laut Dirscherl bei etwa 2000 Fahrzeugen pro 24 Stunden.

Mit den Gegenstimmen der Grünen-Fraktion beschlossen die Ausschussmitglieder, nochmals mit den Grundstückseigentümern zu sprechen, um einen bestandsorientierten und damit die Straße verbreiternden Ausbau in Angriff zu nehmen. "Entweder wir kriegen das hin oder wir müssen Flickschusterei betreiben", schloss der Landrat.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB