Wer Geld sparen will, muss erst welches ausgeben. Diesen zugegeben nicht mehr ganz neuen Spruch beherzigt man auch in der Kreisstadt. Dort sind für dieses Jahr Energiesparmaßnahmen in einem Gesamtvolumen von einer knappen halben Million Euro geplant - wenn sich genügend Geld zum Sparen auftreiben lässt.
Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, welche konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz in den kommenden drei Jahren auf der Agenda stehen. Vor allem solle man solche baldigst im Alten Speicher und im Kindergarten Arche umsetzen, so die Fraktion.
Ausgerechnet bei diesen beiden kann es indes laut Antwort der Verwaltung noch etwas dauern. Beim Alten Speicher sei zwar schon absehbar, wie sich dort Strom sparen lassen könnte, nämlich durch Einbau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Diese soll eine maximale Leistung von etwa 30 Kilowatt haben und in der einfachen Version ohne Speicher rund 60 000 Euro kosten. Allerdings steht das Gebäude unter Denkmalschutz, weshalb man eine spezielle Erlaubnis benötige. Dies sei aber aus Gründen der Personalknappheit im kommenden Jahr nicht zu schaffen.

Denn aktuell ist die Stelle des städtischen Klimaschutzmanagers vakant. Auch auf mehrere Ausschreibungsrunden hätten sich bislang keine geeigneten Bewerber finden lassen, entsprechende Energiesparmaßnahmen müssten also von den Mitarbeitern des Bauamtes bearbeitet werden. Davon betroffen ist auch die Erneuerung der alten Gasheizung und der Einbau einer PV-Anlage mit 30 Kilowatt Maximalleistung im Kindergarten Arche, Kostenpunkt laut Verwaltung rund 30 000 Euro.
Aber auch die angespannte Haushaltslage verzögert Energiesparmaßnahmen, etwa die Erneuerung der PV-Anlage am Feuerwehrhaus in Oberndorf. Dies würde zwar mit 40 000 Euro vergleichsweise überschaubare Kosten verursachen, ist aber verbunden mit einer Sanierung und Erweiterung des Gebäudes selbst - und dafür rechnet man bei der Verwaltung mit Ausgaben von bis zu zwei Millionen Euro.
Insgesamt 495 000 Euro könnte die Stadt 2024 für Energiesparmaßnahmen ausgeben
Dennoch will man heuer einige Energiesparmaßnahmen auf den städtischen Gebäuden angehen, die teuerste betrifft die Schule in Oberndorf. Dort soll im Zuge der laufenden Sanierung und Erweiterung sowohl der Bau einer PV Anlage als auch ein Anschluss ans örtliche Nahwärmenetz erfolgen. Die Ausschreibung werde demnächst erfolgen, so die Stellungnahme der Verwaltung, rund 175 000 Euro könnte das Vorhaben kosten.
Auch am Waldsportpark könnte 2024 eine PV-Anlage entstehen, diese soll bis zu 75 Kilowatt Leistung erbringen und ohne Speicher etwa 130 000 Euro kosten. Die auch einmal diskutierte Option einer kleinen Hydrolyse-Anlage sei dagegen aktuell nicht umsetzbar, die Wasserstoff-Gewinnung aus Solarstrom sei derzeit zu teuer und es gebe zu wenige Anbieter für die benötigten Anlagen.
Ein seit Jahren großes Ärgernis könnte bis Ende 2024 ebenfalls dazu beitragen, die städtischen Stromkosten zu drücken: Das Dach der Turnhalle an der Floßmannstraße. Dieses muss wegen Pfusch am Bau - es regnet hinein - saniert werden, dies soll heuer noch passieren, anschließend könnte man das Gründach mit einer PV-Anlage versehen, die eine Leistung von 30 Kilowatt bringt und ohne Speicher rund 60 000 Euro kostet.

Noch in diesem Jahr in Betrieb gehen sollen die PV- und die Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Hallenbades. Beide Vorhaben sind Teil der derzeit laufenden Generalsanierung. Ersteres mit 45 Kilowatt Leistung kostet 80 000 Euro, letzteres bringt 68 Kilowatt und kostet 50 000 Euro.
Insgesamt geht es also um Maßnahmen im Wert von 495 000 Euro, die heuer umgesetzt werden könnten. Die Verwaltung verweist aber ausdrücklich darauf, dass dies "entscheidend von der ausreichenden Mittelausstattung im Haushalt 2024 sowie vom weiteren Verlauf der Bauarbeiten" abhänge.

