Coronavirus:Ebersberg bekommt Verstärkung von der Bundeswehr

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Corona Abstrich Diagnostikzentrum Ebersberg

Seit Monaten betreiben Mitarbeiter des BRK das Diagnostikzentrum im Sparkassengebäude. Nun bekommen sie Kollegen von der Bundeswehr.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen sollen Soldaten im Diagnostikzentrum und bei den Contact-Tracing-Teams mitarbeiten.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Der Landkreis Ebersberg bekommt bei seinem Kampf gegen Corona Unterstützung von der Bundeswehr: Zwei Teams mit je drei Soldaten sollen im Diagnostikzentrum im früheren Kreissparkassengebäude eingesetzt werden, weitere vier Mitarbeiter werden künftig die Contact-Tracing-Teams unterstützen, deren Aufgabe es ist, Kontaktpersonen von Infizierten zu identifizieren und informieren. Insgesamt waren am Montag - wie am Tag zuvor - 52 Infizierte im Landkreis registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die besagt, wie viele Menschen sich bezogen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen neu infiziert haben, lag am Montag bei 37,99.

Das liegt zwar unter dem Wert 40,8, der am Sonntag gemeldet wurde, aber immer noch über dem Frühwarnwert von 35, der in Bayern gilt und der Kommunen verpflichtet, vorgesetzte Behörden über mögliche Ursachen für die steigenden Zahlen und über Gegenmaßnahmen zu informieren. Man sei daher in Kontakt mit der Regierung von Oberbayern, heißt es aus dem Landratsamt. Verschärfte Kontaktbeschränkungen gibt es vorerst zwar nicht, dafür erwägt man, auch im Landkreis Ebersberg von Reiserückkehrern aus Risikogebieten nicht nur wie bisher einen Test zu fordern, sondern auch noch einen zweiten fünf bis sieben Tage nach der Rückkehr.

So wird es in der Stadt Rosenheim gehandhabt, wo die Zahl der Infektionen in der vergangenen Woche noch stärker angestiegen ist als im Landkreis Ebersberg. Deshalb ist das Vorgehen in den beiden Regionen auch unterschiedlich, wie die Regierung von Oberbayern mitteilt: Während in Rosenheim der Grenzwert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten worden sei, liege man in Ebersberg nur über dem Signalwert: "Veranlasst sind in diesem Fall noch keine verpflichtenden beschränkenden Maßnahmen, sondern die Analyse der Zunahme der Fallzahlen und die Prüfung von möglichen Maßnahmen zur Gegensteuerung, gegebenenfalls eine engmaschigere Überwachung bestehender Regelungen beziehungsweise Empfehlungen zur weiteren Kontaktbeschränkung", so eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern.

Im Fokus stehen im Kreis Ebersberg nach wie vor Reiserückkehrer aus Risikogebieten, die laut Landratsamt nach wie vor einen sehr hohen Anteil bei den Infizierten ausmachen. Vor allem bei Landkreisbürgern, die Kroatien, Bosnien und Kosovo bereist haben, wurden nach ihrer Rückkehr Infektionen nachgewiesen. Doch auch private Feiern und Partys sind nach Angaben des Landratsamts für einen Teil der Infektionen verantwortlich.

Die Zahl der Infizierten steigt zwar, aber die Krankheit verläuft meist glimpflich

Daher appellieren die Verantwortlichen in der Behörde eindringlich an Betroffene, dem Gesundheitsamt auch wirklich alle Kontaktpersonen verlässlich zu nennen, die beispielsweise bei einer Feier anwesend waren. "Nur so kann vermieden werden, dass aus einer Party ein Infektions-Hotspot wird", heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Informationen darüber, welche Veranstaltungen unter welchen Auflagen derzeit möglich sind, findet man unter anderem auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lra-ebe.de.

Immerhin gibt es trotz der beunruhigenden Entwicklung auch zwei gute Nachrichten: Zum einen steigt zwar die Zahl der mit dem Virus Infizierten, aber nicht die Zahl jener, die dadurch schwer erkranken. Derzeit werden zwei Covid-19-Patienten in der Kreisklinik behandelt, doch keiner von ihnen liegt auf der Intensivstation oder muss beatmet werden.

Zum anderen scheint dem Großteil der Menschen nach wie vor einzuleuchten, dass Abstands- und andere Regeln wichtig sind, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Sprecher beider Polizeiinspektionen im Landkreis berichten jedenfalls von einer geringen Zahl von Verwarnungen wegen Verstößen. "Eine größere Disziplinlosigkeit können wir nicht feststellen", sagt etwa Markus Stocker, Dienstgruppenleiter bei der Polizei in Poing. Im Gegenteil - für die meisten seien Schutzmaßnahmen wie Masken inzwischen schon zur Gewohnheit geworden.

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