Bereits im Februar postete das Team um den Ebersberger Christopher Street Day auf seinen Social Media Kanälen, dass es nach dem erfolgreichen Debüt der Veranstaltung im vergangenen Juli in diesem Jahr definitiv eine zweite Ausgabe des Events geben wird. Nun steht auch ein genaues Datum fest: Unter dem Motto „Stadt Land Queer“ findet am Samstag, 19. Juli, Ebersbergs zweiter CSD statt. Auf Instagram heißt es in dem dazugehörigen Beitrag: „Ob STADT oder LAND, wir sind QUEER und gehen hier auch nicht weg!“ Beim Konzept setzt das Team auf vieles, was bei der Premiere auch schon funktioniert hat, doch es gibt darüber hinaus auch einiges an Neuerungen.
„Dieses Jahr planen wir, dass wir auch vor der Parade ein Bühnenprogramm machen“, erzählt Marla Hantschel, die wie im vergangenen Jahr auch dieses Mal zum Kern des Orga-Teams gehört. Heuer wird der Ebersberger CSD also nicht aus einer Parade und anschließenden bis zum frühen Abend einem Bühnenprogramm bestehen. Durch das Vorab-Bühnenprogramm sollen die Menschen noch mehr die Gelegenheit bekommen, in Stimmung zu kommen, so Hantschel.
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Die Route der anschließenden Parade stünde bislang noch nicht abschließend fest, aber sie werde wohl ähnlich verlaufen wie beim ersten Mal. „Und dieses Jahr werden wir hoffentlich auch einen Wagen mit Musik dabeihaben“, sagt die 18-Jährige weiter. Der Demozug wird sich dann wie gehabt am Marienplatz einfinden, wo verschiedene Vereine und Initiativen Infomaterialien an Ständen auslegen und das Publikum ein buntes Bühnenprogramm erwartet – und natürlich wird es auch wieder ein kulinarisches Angebot geben.
Eine weitere Neuerung gibt es dann am Abend. Dann nämlich, wenn am Marienplatz die Veranstaltung schön langsam ausklingt, wird das Ebersberger Jugendzentrum AJZ seine Türen öffnen – „damit es nicht so abrupt endet wie im letzten Jahr“, erklärt Hantschel.
Damals haben mehr als 400 Menschen beim ersten Christopher Street Day in Ebersberg ein buntes Fest gefeiert und gezeigt, dass Diversität und Queerness nicht nur in der Großstadt, sondern ebenso auf dem Land gelebt wird. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad trafen sich die Teilnehmenden und marschierten in einer Parade zunächst durch die Kreisstadt. Im Anschluss daran gab es ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm am Marienplatz mit Reden, etwa von Ebersbergs Erstem Bürgermeister Ulrich Proske (parteilos), und anderen Auftritten, zum Beispiel von Drag Queen Vicky Voyage, bei der die üppige Krempe ihres gelben Sonnenhuts nur noch von der Absatzhöhe der grünen Samtstiefel übertroffen wurde.
Dass der CSD kein einmaliges Event bleiben, sondern sich als fester Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender etablieren sollte, war von Anfang an erklärtes Ziel des Orga-Teams. „Wir denken, dass es wichtig ist, auch in kleineren Landkreisen und Ortschaften präsent zu sein“, sagte Marla Hantschel damals im Gespräch mit der SZ. „Menschen, die queer sind, leben überall – nicht nur in den Großstädten. Deshalb möchten wir das auch direkt vor Ort zeigen.“ An diesem Vorsatz hat sich nichts geändert, im Gegensatz zum CSD-Team. Hier gibt es heuer nämlich einige neue Gesichter.
Mittlerweile ist das CSD-Team altersmäßig sehr divers aufgestellt: von 17 bis 55 Jahre alt sind die Mitglieder
Nachdem im vergangenen Jahr nach dem CSD einige Teilnehmenden Interesse bekundet haben, bei der nächsten Ausgabe einen aktiveren Part bei der Veranstaltung zu übernehmen, hat das Orga-Team ein Online-Treffen einberufen, wie Hantschel sagt. Dort sei das Konzept sowie weitere Pläne und Ideen vorgestellt worden. „Da haben wir dann noch ein paar Leute aufgegabelt, die uns tatkräftig unterstützen möchten, und sogar zwei, die in diesem Jahr auf der Bühne auftreten werden.“
Insgesamt zählt das CSD-Team wieder zwischen zehn und 15 Personen. Im Hintergrund würden aber noch viele weitere einzelne Aufgaben übernehmen. Das Konzept scheint anzukommen, und zwar über alle Altersstufen hinweg: War im vergangenen Jahr das Gros der Orga-Truppe noch zwischen Teenager und Ende 20, so reicht die Spannweite laut Hantschel aktuell von 17 bis Anfang 50.
Auch in den Kommentarspalten der Social-Media-Kanäle nehmen die positiven Reaktionen und Likes stetig zu, ebenso wie die Anzahl der Kanal-Abonnentinnen und -Abonnenten. Trotzdem musste sich das CSD-Team auch bereits mit mit queer-feindlichen Beschimpfungen und Hass auseinandersetzen. So haben einige der Ehrenamtlichen beim Verteilen von Flyern im vergangenen Jahr, um damit auf die Premiere der Veranstaltung aufmerksam zu machen, neben viel Zuspruch und neutralen Rückmeldungen ebenso bedrohliche Reaktionen erfahren. Einmal wurde sogar ein Flyer zerrissen, auf den Boden geworfen und draufgespuckt.
Wer Interesse hat, sich als Ordnungskraft während der Veranstaltung zu engagieren, die eigene Organisation oder den eigenen Verein mit einem Stand zu vertreten, auf der Bühne als kunstschaffende Person oder als Rednerin oder Redner aufzutreten, der kann sich per E-Mail an info.csd.ebersberg@gmail.com wenden. Auch über Instagram und Tiktok ist das CSD-Team per Direktnachricht zu erreichen.


