Brenner-Nordzulauf:Über Niclasreuth nach Norditalien

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Brenner-Nordzulauf: Mit dem Bau des Brenner-Nordzulaufs wird der Zugverkehr im Landkreis Ebersberg deutlich zunehmen.

Mit dem Bau des Brenner-Nordzulaufs wird der Zugverkehr im Landkreis Ebersberg deutlich zunehmen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Bahn legt sich auf eine Trasse für den Brenner-Nordzulauf fest. Anders als von den Anwohnern gefordert, verläuft diese weit entfernt von der Bestandsstrecke durch die Landschaft. Die Politiker aus der Region sind entsetzt.

Von Andreas Junkmann, Ebersberg

Die Strecke für den Brenner-Nordzulauf durch den Landkreis Ebersberg, und damit auch für die Gesamtverbindung von München nach Norditalien, steht fest: Wie die Deutsche Bahn am Mittwoch bekanntgegeben hat, fällt die Wahl auf die sogenannte Grobtrasse Limone. Diese verläuft von Ostermünchen im Landkreis Rosenheim kommend direkt an den kleinen Orten Niclasreuth und Dorfen in der Gemeinde Aßling vorbei, ehe die neuen Gleise bei Lorenzenberg in einem etwa 1,5 Kilometer langen Tunnel verschwinden. Dieser endet bei Hamberg, von wo aus die Trasse über Schammach und Taglaching bei Kirchseeon wieder mit der Bestandsstrecke zusammengeführt wird.

Damit scheiden die übrigen vier Optionen aus - allen voran die von den Anwohnern favorisierte türkise Variante. Deren Verlauf wäre unmittelbar entlang der bestehenden Zugstrecke geplant gewesen und hätte vor allem die Orte im Südwesten entlastet. Entsprechend groß ist der Frust nun bei den Betroffenen. In einer ersten Reaktion sprach etwa Grafings Bürgermeister Christian Bauer (CSU) von keiner guten Lösung.

"Die Stadt hat immer die Trasse an der Bestandstrasse favorisiert und gefordert. Die Bestandsstrecke wird keinen verbesserten Lärmschutz erhalten. Oberelkofen und Eisendorf werden eingekesselt. Niclasreuth wird zerschnitten. Der Golfplatz in Oberelkofen wird nicht mehr vorhanden sein", so der Rathauschef, der die von der Bahn anberaumten Dialogforen deshalb einen "Witz" nennt. Alle Beteiligten seien entsetzt von der Entscheidung. Das erklärt auch der Grafinger Landtagsabgeordnete Thomas Huber (CSU). Es handle sich um eine "fundamentale Entscheidung gegen die Region". Er sei enttäuscht und fassungslos und sehe das Dialogverfahren rückblickend als "Zeitverschwendung".

Der Brenner-Nordzulauf soll einer der zentralen Transportwege für Waren durch Europa werden. Auf der Zugstrecke sollen nach Fertigstellung Güterzüge von München über Österreich nach Italien fahren und damit die Autobahnen entlasten.

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