Arbeitsmarkt im Landkreis EbersbergZaghaftes Frühlingserwachen

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Wenn der Frühling kommt, wird wieder mehr draußen gearbeitet, das macht sich auch in der Arbeitslosenstatistik bemerkbar.
Wenn der Frühling kommt, wird wieder mehr draußen gearbeitet, das macht sich auch in der Arbeitslosenstatistik bemerkbar. (Foto: Robert Haas)

Im März ist die Zahl der Menschen auf Jobsuche im Landkreis Ebersberg leicht gesunken, die Stellenangebote werden aber auch weniger.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Steigende Temperaturen bedeuten sinkende Arbeitslosenzahlen, das ist im Landkreis Ebersberg auch in diesem Jahr zu beobachten – allerdings fällt dieses Frühlingserwachen heuer deutlich schwächer aus als noch 2024.

Nach einer aktuellen Statistik der auch für Ebersberg zuständigen Arbeitsagentur Freising waren im Landkreis Ende März 4406 Personen arbeitssuchend gemeldet, 2571 hatten Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das sind zwar 19 beziehungsweise 55 weniger als im Vormonat, allerdings auch 482 Arbeitssuchende respektive 457 Bezieher von Arbeitslosengeld mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt im Vergleich zu Februar um 0,1 Punkte auf drei Prozent, vor einem Jahr waren es noch 2,5 Prozent.

Im Jahresvergleich ergibt sich in der ganzen Region eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch in den anderen Landkreisen im Zuständigkeitsbereich der Freisinger Agentur: In Erding und Freising sinkt die Quote ebenfalls um 0,1 Punkte auf 2,9 und 3,4 Prozent, Ende März vor einem Jahr waren es in Erding aber noch 2,4 und in Freising drei Prozent gewesen. In Dachau bleibt die Quote mit 3,4 Prozent auf dem Niveau von Februar, vor einem Jahr waren es noch 2,9 Prozent. Für alle vier Landkreise errechnet sich derzeit eine Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent, das liegt zwar 0,1 Punkte unter dem Wert für Februar, aber 0,5 Punkte über jenem von vor einem Jahr.

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In Zahlen haben damit derzeit 12 212 Personen in den vier Landkreisen Anspruch auf Arbeitslosengeld, 284 weniger als im Februar aber 1957 mehr als im März 2024. Insgesamt waren Ende März 20 303 Personen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, das sind 278 weniger als im Vormonat aber 1994 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Eine leichte Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt konstatiert auch Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising, räumt aber auch ein: „Die Entwicklung, die in den letzten Wochen auf unserem Arbeitsmarkt zu beobachten war, ist vor allem durch den saisonalen Effekt zu erklären.“ So wurden nach der Winterpause in den witterungsabhängigen Branchen wie dem Bauhauptgewerbe, dem Dachdeckerhandwerk, dem Garten- und Landschaftsbau sowie dem Gerüstbau die Arbeiten wieder aufgenommen.

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Insgesamt bewege sich die Zahl der Arbeitslosen aber auf einem etwas höheren Niveau als in den Vorjahren, was laut Windisch an überregionalen Faktoren liegt: „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland, die unverändert von konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen geprägt ist, wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Freising aus.“

Positiv sieht man bei der Agentur, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften nach wie vor hoch sei. Für alle vier Landkreise gingen im März demnach 941 neue Stellenangebote ein, insgesamt wurden über die Arbeitsagentur Ende März 5418 neue Mitarbeiter gesucht. Damit gibt es in den vier Landkreisen zwar 88 Stellenangebote mehr als noch im Februar, aber eben auch 831 weniger als im März 2024. In Ebersberg ist der Bestand der offenen Stellen sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich gesunken: 1437 Angebote lagen Ende März bei der Arbeitsagentur vor, vier weniger als im Februar und 162 weniger als vor einem Jahr.

Im Landkreis und in der Region sind noch zahlreiche Ausbildungsplätze zu vergeben

Am dringendsten gesucht werden in der Region aktuell Leute für den Bereich Verkehr und Logistik, hier waren Ende März in den vier Landkreisen noch 1264 Stellen zu besetzen, im Bereich Fertigungstechnik insgesamt 752 und im Berufssegment der Handelsberufe waren 643 Stellen unbesetzt.

Auch, wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, hat in der Region noch gute Chancen: Laut Arbeitsagentur waren Ende März in allen vier Landkreisen insgesamt 1554 Ausbildungsstellen vakant. Im Landkreis Ebersberg sind demnach noch 360 Ausbildungsplätze offen.

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Besonders gute Chancen, eine Lehrstelle zu bekommen, gebe es laut Agentur für angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäuferinnen und Verkäufer, Handelsfachwirtinnen und Handelsfachwirte, Kaufleute im Bereich Großhandelsmanagement oder Lagerlogistik-Fachkräfte. Auch im Handwerk seien noch Ausbildungsstellen zu vergeben.

„Es ist erfreulich, dass die Unternehmen unserer Region an ihrer hohen Ausbildungsbereitschaft festhalten. Schließlich ist die Ausbildung von Jugendlichen ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Fachkräfte von morgen“, betont Nikolaus Windisch. Aktuell herrscht noch viel Bewegung auf dem regionalen Ausbildungsmarkt, doch es zeichnet sich bereits ab, dass dieser ein Bewerbermarkt bleibt: Die Zahl der Stellen übersteigt die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber. „Ich rate den Unternehmen deshalb, bei der Suche nach zukünftigen Fachkräften verschiedene Wege zu beschreiten, zum Beispiel auch älteren oder vermeintlich schwächeren Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben“, so der Agenturchef.

Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften und Informationen zu Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit erhalten Betriebe bei ihrer Ansprechperson im Arbeitgeber-Service oder unter der gebührenfreien Service-Nummer 0800 4 5555 20.

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