Richter Frank Gellhaus weiß zunächst nicht so recht, ob er jetzt einfach nur lachen oder seinem Ärger Luft machen soll – und entscheidet sich schließlich für letzteres. Zu ernst ist die Angelegenheit, die der stellvertretende Direktor des Ebersberger Amtsgerichts da auf seinem Richtertisch liegen hat. „Die Beteiligten der Strafverfolgungsbehörden haben ihre Aufgaben nicht wahrgenommen“, sagt Gellhaus in scharfem Tonfall. Er meint damit die Beamten der Polizeiinspektion Poing. Diese hatten trotz gerichtlichen Vorführbefehls vergessen, einen wichtigen Zeugen zu Hause abzuholen und zur Verhandlung nach Ebersberg zu bringen. Nun muss der Prozess um den Vorwurf einer gefährlichen Körperverletzung komplett von vorn aufgerollt werden. Ein Vorgang, den selbst der erfahrene Richter so bisher nicht erlebt hat.
Amtsgericht EbersbergPoinger Polizei lässt Prozess platzen
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Weil die Beamten vergessen haben, einen Zeugen zu Hause abzuholen, muss eine Verhandlung vor dem Ebersberger Amtsgericht komplett neu aufgerollt werden. So etwas hat selbst der erfahrene Richter noch nicht erlebt. Ärger mit fehlenden Prozessbeteiligten gibt es dagegen häufiger.
Von Andreas Junkmann, Ebersberg
