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Grafing:Eberhofer-Darsteller Bezzel: Kein Fan von Leberkässemmeln

Leberkäsjunkie Premiere in Grafing.

Andrang im Capitol-Kino Grafing: Das Interesse der Grafinger an Sebastian Bezzel (oben) und seinen Co-Stars ist groß.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Bei der Kino-Tour von "Leberkäsjunkie" in Grafing gibt Hauptdarsteller Sebastian Bezzel Einblicke in seine kulinarische Privatwelt.

Vorsicht!" Eine junge Frau schlängelt sich mit einem silbernen Tablett durch die Horde an Menschen. Es ist Montag, später Nachmittag. Wolken haben sich am Grafinger Himmel vor die Augustsonne geschoben. Angenehmes Wetter zum Warten. Die junge Frau mit dem Tablett dreht sich um und schiebt sich mit dem Rücken zuerst behutsam vom Eingang des Capitol Kinos durch die Menge hindurch und hinüber zur Bar. Den Oberkörper lehnt sie dabei leicht nach vorne, ganz als ob sie mögliches Unheil abwehren möchte vor dem, was sie auf dem Tablett balanciert: Leberkässemmeln.

Eigentlich klar, dass die nicht fehlen dürfen, wenn sich die Schauspieler Sebastian Bezzel und Simon Schwarz mit dem neuesten Eberhofer-Krimi "Leberkäsjunkie" im Grafinger Capitol angekündigt haben. Auch die Autorin der Bestseller-Bücher über den Provinzpolizisten Franz Eberhofer, Rita Falk, ist mit von der Partie.

Von den bislang sechs Eberhofer-Verfilmungen hat der "Leberkäsjunkie" den besten Kinostart hingelegt. Bis Sonntagnacht, also bis zum vierten Tag nach dem deutschen Kinostart, haben sich 221 000 Zuschauer den neuen Fall von Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) und seinem Kumpel, den Kaufhausdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), angesehen.

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86 Prozent davon waren in bayerischen Kinos - weniger als bei den vergangenen fünf Fällen. Da lag der Anteil bei mehr als 90 Prozent. "Das ist schon Wahnsinn, wenn ich daran denke, dass der erste Teil eigentlich als Fernsehfilm geplant war", sagt Andrea Hailer, seit damals Ansprechpartnerin für die Presse. Mit viel Herz und Leidenschaft hätten sie damals dafür gekämpft, dass "Dampfnudelblues" doch noch den Sprung in die Kinos schafft.

30 Minuten Nachschlag

Gute sieben Jahre später ist in Grafing der Andrang so groß, dass der Film an diesem Montag parallel in allen zwei Sälen vorgeführt wird. Davor werden die drei Eberhofer-Stars beide Vorstellungen anmoderieren und freilich, noch bevor es in die Säle geht, mit den Krimifans für Fotos bereitstehen - und das sind an diesem Tag ganz schön viele. Auf dem gesamten Parkplatz vor dem Capitol tummeln sich Eberhofer-Liebhaber. Kinder mit Eltern und Großeltern, Teenager, Freundescliquen, Pärchen, alt, jung, groß, klein - es scheint, als ob die Figur des Franz Eberhofer kein Beuteschema hat. Jeder gerät in seine Fänge.

Eine Stunde ist eingeplant für den Stopp in Grafing, bevor es weiter nach Rosenheim geht. Für noch mehr Fotos und Autogramme mit noch mehr Besuchern und Begeisterten. Es sollten eineinhalb Stunden werden. Niemand sollte leer ausgehen. Und so legt sich Torsten Koch höchstpersönlich, der Geschäftsführer von "Constantin Film Verleih", beinahe 60 Minuten ins Zeug und knipst vor dem Capitol an die 400 Fotos von den Hauptdarstellern, Rita Falk und jedem, der eben gerne ein Foto haben möchte. Am Ende gibt es auch noch ein Familienfoto mit den Scheids, Anneliese und Helmut Scheid sowie ihre Tochter Sandra, in deren Händen mittlerweile die Fäden im Capitol zusammenlaufen.

"Basti, komm noch mal schnell her!" Simon Schwarz dreht sich um, während er seinem Schauspielkollegen zuruft. Eine kurze Verschnaufpause erlaubt der straffe Zeitplan nicht so richtig. Und so nimmt Sebastian Bezzel noch einen raschen Zug von seiner Zigarette, bevor er neben Schwarz tritt. Handshake hier, Handshake da, Grüß Gott. Beide Männer, der eine 48 Jahre alt, der andere ebenso, blicken gespannt.

Also jetzt mal Tacheles: Wie oft taucht bei Promoterminen für den "Leberkäsjunkie" die Frage nach ihrer persönlichen Beziehung zu dem bajuwarischen Gaumenschmaus auf, dem Leberkäse? "Tatsächlich gar nicht so oft, wie erwartet", sagt Simon Schwarz und lacht. "Naaa, also das jetzt nun auch nicht", kontert sein Kollege. Viel mehr erstaunt Schwarz aber, dass nur recht wenig Fans mit einer Leberkässemmel und den beiden Schauspielern fotografiert werden wollen. Ein heimlicher Wunsch für die übrige Kinotour? "Nein, um Gottes Willen!" Ein großer Anhänger der bayerischen Schmankerls ist zumindest der Wahlhamburger Sebastian Bezzel nicht. Und wenn, dann ohne Senf.

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