Dialog mit dem Nachwuchs "Ich bin immer offen für Neues"

"Ich will einfach für die Jugendlichen da sein", sagt Marina Herceg über ihre neue Aufgabe.

(Foto: Christian Endt)

Marina Herceg ist neue Jugendpflegerin in Kirchseeon. Sie will auch junge Leute erreichen, die in keinem Verein sind

Interview von Andreas Junkmann, Kirchseeon

Die Jugendlichen in Kirchseeon haben eine neue Ansprechpartnerin. Im November hat Marina Herceg, 30, die zuletzt vakante Stelle als Jugendpflegerin von Vorgänger Moritz Fäßler übernommen. Die gebürtige Bosnierin bringt bereits viel Erfahrung im Bereich der sozialen Arbeit mit und will der Marktgemeinde als erste weibliche Jugendverantwortliche neue Impulse geben.

SZ: Haben Sie sich schon in Ihrer neuen Stelle eingelebt?

Marina Herceg: Bislang läuft alles wirklich sehr gut. Ich bin gerade noch dabei, alle Leute hier, meinen Aufgabenbereich und die Tagesabläufe kennen zu lernen. Als ich hier angefangen habe, sind gerade die Vorbereitungen für das Adventsprogramm und die Wunschpatenaktion gelaufen. Ich war sozusagen von Anfang an gleich voll eingebunden.

Was sind Ihre Aufgaben in Kirchseeon?

Ich bin zu 50 Prozent in der Verwaltung angestellt und zu 50 Prozent für die Jugendpflege zuständig. Dazu gehört unter anderem die Betreuung und Beratung von Jugendlichen. Das heißt, bei Fragen, Problemen oder in schwierigen Situationen können sie mit ihren Anliegen zu mir kommen und wir suchen gemeinsam eine Lösung. Ich betreue aber auch junge Obdachlose bis 27 Jahre.

Haben Sie schon Projekte im Kopf, die Sie als Erstes anpacken wollen?

Zunächst steht die Gestaltung des Ferienprogramms an, das ich in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen entwickeln werde. Allgemein kann man sagen, dass ich einfach für die Jugendlichen da sein will und zum Beispiel auch diejenigen einbinden will, die in keinem Verein sind.

Das bedeutet, Sie wollen verstärkt den Dialog mit dem Kirchseeoner Nachwuchs suchen?

Ja genau. Mir ist wichtig, dass wir eine gute und enge Zusammenarbeit aufbauen. Ich werde auch nach den Wünschen fragen, wo die Jugendlichen gerne selbst mitarbeiten würden.

Sie sind die erste weibliche Jugendpflegerin in Kirchseeon. Wird sich das in Ihrer Arbeit widerspiegeln?

Ich kann mir schon vorstellen, dass ich als Person durchaus was anders mache als meine Vorgänger. Was das konkret sein wird, lässt sich jetzt natürlich noch nicht sagen. Grundsätzlich möchte ich aber, dass die Jugendarbeit hier in der Gemeinde weiterhin gut läuft. Deswegen werde ich jetzt natürlich nicht alles über den Haufen werfen, sondern versuche das, was bisher gut war, auch weiterzuführen. Aber ich bin auch immer offen für Neues.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher in Sachen Jugendarbeit gesammelt?

Die Jugendpflege begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Ich habe Soziale Arbeit studiert und war zuletzt als Koordinatorin für Familienpatenschaften in Ebersberg tätig. Eine meiner Aufgaben dort war, das Elterncafé zu organisieren, das ja unter anderem im Jugendtreff (JEK) in Eglharting untergebracht ist. Außerdem habe ich noch im Berufsbildungswerk St. Zeno in Kirchseeon gearbeitet. Dort habe ich vor allem junge Migranten bei der Suche nach Ausbildungsplätzen oder Praktikumsstellen unterstützt. Kirchseeon ist also kein komplettes Neuland für mich.

Man merkt, die Arbeit mit Jugendlichen ist eine Herzensangelegenheit für Sie.

Ja das kann man so sagen. Die Arbeit ist einfach toll und vielseitig. Ich bin wirklich sehr gerne in diesem Bereich tätig und möchte das auch noch lange weitermachen.